Sonntag, 12. April 2015

Unterwegs essen...meine Top 5

Zuhause ist es ja nun nicht mehr so schwer, sich glutenfrei und lecker zu ernähren. Aber was, wenn einen der Hunger unterwegs plötzlich packt? Meine ersten Ausflüge endeten alle mehr oder weniger unterzuckert und ziemlich unzufrieden. Einfach ein Brötchen kaufen geht ja nicht und auch wenn mich Kinderriegel schon einige Male echt gerettet haben, eine Dauerlösung sind sie auch nicht. Am Anfang dachte ich mir, ich mache mir einfach glutenfreie Brote. Aber da ich immernoch kein glutenfreies Brot gefunden habe, das ich vertrage und die selbst gebackenen nicht sooo toll schmecken, fiel diese Option ziemlich schnell flach. Im Moment fahre ich also mit diesen schnellen, in meiner Lunchbox gut mitzunehmenenden Top 5 gar nicht schlecht:


1. Süße oder herzhafte Muffins: schnell gemacht, kann man sie super einfrieren und auch spontan mitnehmen und auftauen lassen. Im Moment sind Aprikosen-Orangen und Schinken -Käse-Muffins meine Favoriten.
2. Frische und getrocknete Früchte: besonders letztere finde ich praktisch, weil man nicht vorausplanen muss, wieviel Hunger man hat. Außerdem sind sie 'robust' und zerdrücken nicht so schnell in der Tasche.
3. Auberginencreme (z.B.von Alnatura): mit kleinen Würstchen oder Käsewürfeln und Crackern (Schaer) zum Dippen.  Schnell, lecker und gesund.
4. Früchtebrei (von Hammermühle): große Tasse, heißes Wasser drauf, umrühren, fertig. Sättigt, ist gesund und auch für empfindliche Tage geeignet. Ähnlich funktioniert's mit dem Hirse Babybrei von Alnatura...
5. Müsliriegel: Die von Eat Natural, z.B. mit vielen Nüssen und Früchten, je nach Lust und Laune mit oder ohne Schokolade. Oder von Dove's Farm, mit glutenfreien Haferflocken, schmecken allerdings auch sehr gesund und sind wohl nicht jedermann's Geschmack.
So viel zu meinen (vorläufigen) Top 5 Unterwegs - Ideen.
Josie

Montag, 23. März 2015

Leserbrief

Ich weiß nicht, ob es euch ähnlich geht, aber seit meiner Diagnose lese ich sämtliche Artikel über Nahrungsallergien und -unverträglichkeiten, über die Umsetzung der neuen EU-Verordnung zur Kennzeichnung von Allergenen, über die (oft negativen) Reaktionen von Gastronomen darauf etc. Dabei ärgere ich mich häufig schwarz, weil die Autoren der Artikel entweder schlecht informiert sind oder freiwillige und unfreiwillige Diäten in einen Topf schmeißen und mir damit mein Leben, zumindest gefühlt, erschweren. Also habe ich begonnen, zumindest hin und wieder einen Leserbrief zu schreiben. Weil mir der Artikel "Böse wie Brot" (Heft Nr.4) zur Abwechslung einmal gut gefiel, habe ich auch dazu folgenden Brief, der in Heft Nr.6 auch veröffentlicht wurde, geschrieben:

Seit ich im letzten Jahr die Diagnose "Zöliakie" erhalten habe, lese ich immer mal wieder, aber nicht wirklich gerne, Artikel über Nahrungstrends, Nahrungsunverträglichkeiten etc. Das ich dies nicht gerne tue, liegt daran, dass mir immer wieder auffällt, wie häufig eben Trends mit wirklichen Erkrankungen vermischt und lächerlich gemacht werden. Ich als Erkrankte, die jeden Tag darum kämpft, einigermaßen beschwerdefrei zu sein, fühle mich oft nicht ernst genommen oder in die Ecke gestellt. Umso schöner ist es, wenn ein Artikel wie "Böse wie Brot" sich von der grauen Masse abhebt und einfach mal die Faktenlage zum Thema Weizen sortiert. Denn gerade weil es für Erkrankte extrem nervig und anstrengend ist, sich immer wieder für ihr Essverhalten und ihre Bedürfnisse zu rechtfertigen, ist es so wichtig, gesunden Menschen klarzumachen, dass Weizen eben nicht für alle böse und an allem Schuld ist. Denn genau wegen des Trends dem Weizen an allen Beschwerden und Problemen die Schuld zu geben, wird es für wirklich Erkrankte immer schwerer, ihrem Umfeld klarzumachen, dass es sich z.B. bei einer Zöliakiediät nicht einfach um eine Diät handelt mit der man abnehmen kann und die man freiwillig macht, sondern um eine sehr wichtige, eben nicht freiwillige, Nahrungsumstellung. Diese bringt zwar im Idealfall Beschwerdefreiheit mit sich, muss aber ein Leben lang streng eingehalten werden und beeinflusst das alltägliche Leben enorm.


Auf das, was kommt.
Josie



Samstag, 21. März 2015

Rizinuswickel, Reisbrei und Akupressur

Ja, manchmal muss man zum Äußersten greifen...besonders dann, wenn man das Gefühl hat, dass es so nicht weitergehen kann. Es geht mir zwar etwas besser als noch im Oktober, aber eben bei weitem nicht gut genug, um meinen Alltag normal bewältigen und arbeiten zu können. Und dass, obwohl ich jeden Tag brav meine ganzen Medikamente, inklusive Kortison etc., schlucke und ganz vorsichtig Morbus Crohn- und Zöliakie- gerecht esse. 
Also habe ich mal meine alte Heilpraktikerin zu Rate gezogen und meine schulmedizinische Therapie um Sequenzen aus dem Dru Yoga, anschließende, entgiftende Rizinuswickel für die Leber und magenpflegende Leinsamenaufgüsse ergänzt. Und siehe da, zumindest bilden sich die Nebenwirkungen durch die ganzen Medikamente langsam wieder zurück. Das Herzklopfen ist nicht mehr den ganzen Tag, die Speiseröhrenentzündung geht zurück und das Gefühl, das sich der Magen gar nicht mehr entleert und er ständig, schon nach geringster Nahrungsaufnahme, voll ist, geht auch langsam zurück. Hinzukommt, dass ich den ersten Termin bei einer Ernährungsberaterin hatte, die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kommt. Sie hat mir Akupressurpunkte am Bauch gezeigt und ein leckeres, darmschonendes, aber trotzdem sättigendes, Rezept für einen Reisbrei mit Apfelmus gegeben. 
Ob das alles reicht? Das wird wohl die nächste Magen-DarmSpiegelung in 2 Wochen zeigen. Aber wenigstens habe ich endlich mal das Gefühl, selbst etwas aktiver an meiner Genesung mitzuwirken. Und natürlich kann ich mal wieder nicht anders, als zu hoffen, dass das was kommt, gut ist. Und dann gibt's auch endlich wieder Tipps,wo man in Bochum lecker und glutenfrei essen kann. Versprochen! 
Josie

Montag, 23. Februar 2015

Lichtjahre


Für euch ist mein letzter Post vielleicht nicht so lange her, für mich aber liegen Lichtjahre dazwischen. Und mal wieder ist alles anders und mal wieder fange ich mit meinem Bauch von vorne an.
Es ist wohl für jeden ein Schock, wenn die Eltern krank werden oder sterben. Es kommt immer zu früh, zu plötzlich und zu unerwartet. Und wenn beides auch noch gleichzeitig passiert, dann kann das wohl getrost als Doppelhammer bezeichnet werden. Als Kind fühlt man sich auch mit Mitte dreißig irgendwie allein gelassen und ist nicht nur traurig sondern auch wütend. Irgendwie ist man wohl zu lange dem zwar menschlichen, aber nicht besonders hilfreichen, Trugschluss erlegen gewesen, das Leben sei fair und ein grundlegender Optimismus bringe einen weiter. Ach, wirklich!?
Aber wenn man dann auch noch selbst nicht fit ist bzw.eine Schwachstelle hat, die sofort negativ auf Aufregung und Umwälzung reagiert, dann ist alles irgendwie noch viel schlimmer. Man rennt wieder ständig zum Klo, die Schmerzen sind manchmal kaum auszuhalten, Schwäche macht sich breit. Und diesmal hilft auch das Hochfahren vom Kortison kaum, es ist einfach nur frustrierend. Und dabei bräuchte man doch eigentlich so viel Kraft, um den anderen zu helfen, sie zu unterstützen, da zu sein. Ach, wirklich?!
Aber zum Glück werden diese Momente der Panik auch von klareren Gedanken abgelöst und ich kann auch in diesem Schlamassel an das, was ich neulich in einem Buch gelesen habe, denken: egal wie schlecht der Tag ist bzw. war und wie groß die Bauchschmerzen oder sonstige Rückschläge waren...it is what it is. So ist das Leben. Man muss (hin)nehmen was kommt, quasi Zen-like. Und an starken, guten Tagen kann man zusätzlich versuchen, das Beste draus zu machen. Das Leben geht eh weiter, wenn auch offensichtlich nicht unbedingt menschlichen, allzu menschlichen Maßstäben von Fairness. Wirklich!
Und weil es mir im Moment sicherer erscheint, nicht zu weit in die Zukunft zu blicken, verbleibe ich einfach mit einem
auf das, was ist.
Josie

Donnerstag, 12. Februar 2015

Bananana

Meistens gehe ich nicht hungrig einkaufen. Und meistens ziehe ich mit Einkaufszettel los. Und meistens macht das, was sich dann so in meiner Küche wiederfindet Sinn...

Manchmal aber auch nicht und dann vermehrt sich ein Lebensmittel, wie im Moment gerade die (9!) Bananen, ungewollt und ich muss mir schnell was überlegen, damit es nicht schlecht wird. Da ich gleichzeitig mal wieder ein paar neue Mehle bestellt und schockiert festgestellt habe, wie unglaublich teuer sie sind, habe ich diese gleich mitverarbeitet. Die Ergebnisse waren richtig lecker, auch wenn die Kekse eher wie Kugeln aussahen. Ich dachte, dass der Teig, wie bei anderen amerikanischen Cookies auch, zerläuft und von selber platt wird. Aber Pustekugeln, ähh -kuchen. Nächstes Mal heißt es also: platt drücken. Weil ich amerikanische Rezepte (und die entsprechenden Maßeinheiten) benutzt und diese auch noch abgewandelt habe, stelle ich die umgerechneten Rezepte dazu. Dann könnt ihr euch selbst ein Urteil bilden und sie ganz schnell nachbacken. 

Oatmeal-Banana-Cookies:
Achtung: Im Rezept werden glutenfreie Haferflocken verwendet. 
120g Mandelmehl
120g Quinoamehl (Teffmehl schmeckt auch)
90g Haferflocken
60g brauner Zucker (oder Kokos-, Rohrohr-, Ahornzucker)
30g Tapiokamehl (oder Kartoffelmehl)
1TL Salz
3/4 TL Baking Soda (Natron geht auch)
1/2 TL Weinsteinbackpulver
1/2 TL Zimt
2 sehr reife Bananen (am besten, wenn sie von außen schon ein bisschen eklig aussehen)
120ml Milch (Mandel-, Reis-, Sojamilch gehen auch)
60ml Sonnenblumen- oder Olivenöl
Nüsse oder Chocolate Chips nach belieben (aber mindestens 60g)
1. Ofen auf 200°C vorheizen (Umluft).
2. Alle trockenen Zutaten mischen und darauf achten, dass keine Klümpchen entstehen.
3. Alle flüssigen und matschigen Zutaten mischen und rühren, bis eine cremige Konsistenz entsteht.
4. Langsam die flüssige Masse zu den trockenen Zutaten geben und mischen; zuletzt Walnussstücke, Chocolate Chips etc. unterheben.
5. Ca. 24 Kugeln rollen, auf ein Backblech legen und vorsichtig platt drücken.
6. Ca. 15 Minuten backen.
7. Kaffee machen, hinsetzen, genießen.
Oatmeal-Banana-Cookies

Banana Bread:
Leider habe ich vergessen das Brot bzw. den Kuchen im frisch gebackenen Zustand zu fotografieren. Aber so seht ihr wenigstens, was ich damit mache: einfrieren. Natürlich habe ich davon auch sofort was gegessen, aber ich habe diese süßen Brote immer schon gerne eingefroren und tue das hiermit auch (wie mit so vielem, das ich im Moment ausprobiere, damit ich immer weniger von diesem ganzen überverarbeiteten Zeugs kaufen muss, dass ich zum Teil so gar nicht vertrage). Also, here goes:

30g Reismehl (im Rezept stand dunkles Mehl, ich hatte nur helles...lecker!)
60g Quinoamehl (Kokosmehl geht auch)
60g Teffmehl
60g Kartoffelstärke
30g Tapiokastärke
1TL Backpulver
1TL Salz
3/4TL Xanthan Gum
60g brauner Zucker (bzw. wie bei den Cookies, s.o.)
1TL Muskat
1TL ZImt
2-2,5 Bananen (wie oben: gaaanz reif!)
60g Apfelmus
80ml Oliven- oder Sonnenblumenöl
180ml Milch nach Wahl
gehackte Walnusskerne oder Chocolate Chips nach Wahl
1. Ofen auf 180°C vorheizen.
2.-4. wie oben
5. Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform füllen.
6. ca. 45 Minuten backen (Wenn man dann ein Holzstäbchen reinpiekst, dann sollte kein Teig mehr drankleben!)
7. Kuchen aus der Form heben und geduldig abkühlen lassen. Ist er noch zu warm, zubröselt er und lässt sich nicht ordentlich schneiden.
8. So, oder mit Butter (und Marmelade, Nutella o.ä.), genießen und den Rest einfrieren. Lässt sich im Toaster super und ein bisschen knusprig aufbacken. 
Variante: Nur 30g braunen Zucker nehmen, dafür das Apfelmus weglassen und durch 60ml Ahornsirup ersetzen. Magenschonend und trotzdem yummy:-)
Banana Bread


Viel Spaß beim Ausprobieren,
Josie, die sich gerade freut, über das, was sie isst