Päckchen im Briefkasten sind schön. Und Lizzapäckchen im Briefkasten noch viiiel schöner:) besonders wenn man auch noch das Glück hatte, zur Beta Test Gruppe zu gehören und eine Lizza zu gewinnen.
Nachdem ich also ein paar Tage um das schöne Päckchen herumgestrichen bin und mir allerhand Ideen zum besonderen Belegen gemacht hatte, habe ich mich dann doch für zwei ganz schnöde Varianten entschieden: Tomatensoße, frische Champignons und dann Thunfisch und Kapern auf die eine Hälfte und getrocknete Tomaten und Oregano auf die andere, geriebener Käse drüber, fertig.
Vorher habe ich die Böden (die zusammen ein Blech ergeben) entsprechend dem Tipp auf der Verpackung noch vorgebacken und dann umgedreht, in der Hoffnung, dadurch ein knusprigeres Ergebnis zu erzielen. Leider wurde diese Hoffnung enttäuscht: es war die unknusprigste Pizza, die ich je gegessen habe. Aber halt, ist ja auch eine Lizza und die muss vielleicht gar nicht knusprig sein? Ich weiß es nicht, ein minibisschen Knusprigkeit wäre halt schön gewesen. Geschmacklich fanden ich und mein Normaloesser das Ergebnis nämlich prima: der Teig war schön dünn, geschmackvoll und fast deftig und ich könnte ihn mir auch gut als Unterlage für Zwiebel- oder Flammkuchen vorstellen. Auch unter Ziegenkäse, Walnüssen, Kürbis wäre er bestimmt lecker, von den anderen 1001 Möglichkeiten einmal abgesehen.
Fazit: Künftig soll es die Böden im Lizza Onlineshop geben. 4,98 für zwei Böden (= ein Blech) finde ich einen fairen Preis für eine wirklich leckere, gesunde Alternative zu sonstigen Fertigpizzen. Ich werde sie auf jeden Fall bestellen und ggfs. einfrieren, denn auch das ist möglich. Habe ich allerdings genug Zeit zum Kochen, dann verzichte ich auf die Lizza und backe mir selbst eine gute alte Pizza.
Unten findet ihr noch ein paar Vorher-/Nachherbilder...
Enjoy,
Josie
Dienstag, 16. Februar 2016
Samstag, 13. Februar 2016
Verhungern in Amsterdam...
... ist absolut nicht möglich. Zumindest dann, wenn man gut vorbereitet ist. Wenn nicht, dann steht man möglicherweise hungrig und heulend wie der letzte Depp am Bahnhof und fühlt sich von der Welt ziemlich im Stich gelassen (naja, und von sich selbst auch. Man hätte ja schließlich rausschreiben können, wo man im Bahnhof etwas außer Müsliriegeln und Chips findet...).
Aber zum Glück ist das nur am letzten Tag vorgekommen. Bis dahin war ich eigentlich in meinem persönlichen glutenfrei-Paradies. So aßen wir abends zweimal im CAFÉ PIAZZA, Kloveniersburgwal. Die Küche dort ist als mediterran/italienisch zu bezeichnen und neben allen möglichen Gerichten mit Quinoa, gab es auch typische und wirklich seeehr leckere Gerichte mit Nudeln: Lasagne, Spaghetti mit hausgemachtem Pesto und getrockneten Tomaten, Tomate Caprese, Parmaschinken mit Rucola und reifen Birnen, dazu ein leckeres glutenfreies Bier - was soll ich sagen? Pfeif doch auf 72 Jungfrauen: so sieht ja wohl das Paradies aus:) Ebenso lecker, aber mexIkanisch war das LA MARGARITA, Langebrugsteeg. Nachdem mich der Inhaber persönlich und sehr freundlich in die glutenfreien Speisen eingewiesen hatte, wählte ich Fajitas con pollo. Statt der üblichen Weizentortillas bekam ich Maistortillas, die zwar kleiner, aber auch ebenso lecker waren.
Zum späten Frühstück oder frühen Mittagessen fanden wir uns bei Bagels& Beans, einer niederländischen Kette, mit über dem ganzen Stadtgebiet verteilten Niederlassungen, ein. Es gibt dort glutenfreie Bagels, die ich zwar etwas hart fand, aber ich bin ja auch nicht der Brotjunkie und fand meinen Belag dafür einfach ausgesprochen lecker: warmer Ziegenkäse mit Thymian, Honig und Walnüssen. Mmmh! Alternativ wären noch verschiedene andere warme Beläge Cream Cheeses in Frage gekommen. Lustig fand ich den Matcha Latte, den ich todesmutig, aber wohl auch einmalig, dazu probierte. Auch der STARBUCKS am Rembrandtplein ist ein (kleines) Frühstück wert. Die glutenfreie Auswahl beschränkt sich zwar auf ein paar Joghurts und Brownies, aber der Starbucks ist einfach überdurchschnittlich schön und man kann auch bei schlechtem Wetter gemütlich in den Tag starten.
Für zwischendruch findet man allerhand in den verschiedenen Albert Heijn-Filialen und am letzten Tag habe ich auch noch Marks& Spencer gesehen. Leider hatte ich aber nicht mehr die Zeit, um zu sehen, ob es hier, wie in Paris und in England sowieso, auch glutenfreie Sandwiches gab.
Fazit: Top:) Insgesamt kann ich jedem raten, der mal ein paar "normale" Tage ohne Essensdiskussionen, unfreundliche Kellner etc. erleben möchte, nach Amsterdam zu fahren. Von allem anderen einmal abgesehen, was Amsterdam zu einer so schönen und attraktiven Stadt macht, lohnt es sich eben auch aus kulinarischen Gründen dorthin zu fahren!
Und für alle, die auch gerne in Bochum essen, hier wieder ein Tipp: in der SUPPENFABRIK, Bongardstraße, gibt es jeden Tag ab 11.30h eine tolle Auswahl an Suppen und EIntöpfen, die fast alle glutenfrei und superlecker sind. In diesem Sinne:
Enjoy,
Josie
Aber zum Glück ist das nur am letzten Tag vorgekommen. Bis dahin war ich eigentlich in meinem persönlichen glutenfrei-Paradies. So aßen wir abends zweimal im CAFÉ PIAZZA, Kloveniersburgwal. Die Küche dort ist als mediterran/italienisch zu bezeichnen und neben allen möglichen Gerichten mit Quinoa, gab es auch typische und wirklich seeehr leckere Gerichte mit Nudeln: Lasagne, Spaghetti mit hausgemachtem Pesto und getrockneten Tomaten, Tomate Caprese, Parmaschinken mit Rucola und reifen Birnen, dazu ein leckeres glutenfreies Bier - was soll ich sagen? Pfeif doch auf 72 Jungfrauen: so sieht ja wohl das Paradies aus:) Ebenso lecker, aber mexIkanisch war das LA MARGARITA, Langebrugsteeg. Nachdem mich der Inhaber persönlich und sehr freundlich in die glutenfreien Speisen eingewiesen hatte, wählte ich Fajitas con pollo. Statt der üblichen Weizentortillas bekam ich Maistortillas, die zwar kleiner, aber auch ebenso lecker waren.
Zum späten Frühstück oder frühen Mittagessen fanden wir uns bei Bagels& Beans, einer niederländischen Kette, mit über dem ganzen Stadtgebiet verteilten Niederlassungen, ein. Es gibt dort glutenfreie Bagels, die ich zwar etwas hart fand, aber ich bin ja auch nicht der Brotjunkie und fand meinen Belag dafür einfach ausgesprochen lecker: warmer Ziegenkäse mit Thymian, Honig und Walnüssen. Mmmh! Alternativ wären noch verschiedene andere warme Beläge Cream Cheeses in Frage gekommen. Lustig fand ich den Matcha Latte, den ich todesmutig, aber wohl auch einmalig, dazu probierte. Auch der STARBUCKS am Rembrandtplein ist ein (kleines) Frühstück wert. Die glutenfreie Auswahl beschränkt sich zwar auf ein paar Joghurts und Brownies, aber der Starbucks ist einfach überdurchschnittlich schön und man kann auch bei schlechtem Wetter gemütlich in den Tag starten.
Für zwischendruch findet man allerhand in den verschiedenen Albert Heijn-Filialen und am letzten Tag habe ich auch noch Marks& Spencer gesehen. Leider hatte ich aber nicht mehr die Zeit, um zu sehen, ob es hier, wie in Paris und in England sowieso, auch glutenfreie Sandwiches gab.
Fazit: Top:) Insgesamt kann ich jedem raten, der mal ein paar "normale" Tage ohne Essensdiskussionen, unfreundliche Kellner etc. erleben möchte, nach Amsterdam zu fahren. Von allem anderen einmal abgesehen, was Amsterdam zu einer so schönen und attraktiven Stadt macht, lohnt es sich eben auch aus kulinarischen Gründen dorthin zu fahren!
Und für alle, die auch gerne in Bochum essen, hier wieder ein Tipp: in der SUPPENFABRIK, Bongardstraße, gibt es jeden Tag ab 11.30h eine tolle Auswahl an Suppen und EIntöpfen, die fast alle glutenfrei und superlecker sind. In diesem Sinne:
Enjoy,
Josie
Dienstag, 2. Februar 2016
Ohne Maggi kochen geht doch gar nicht...
oder? Egal, ob Maggi oder Knorr oder was auch immer. Es geht mir nicht um eine bestimmte Marke, sondern darum, ohne Helferlein schnell etwas Leckeres auf den Tisch zu bringen. Während ich früher bei allem Möglichen zu den verlockenden Tütchen gegriffen habe, habe ich mir das seit meiner Diagnose abgewöhnt. Nicht nur, weil in so vielem Gluten drin ist, sondern auch, weil es meinem Bauch immernoch nicht besonders gut geht und ihm künstliche Geschmacksverstärker und sonstige Zusätze einfach nicht gut tun. Hier folgen also drei meiner Lieblingsrezepte (für schubfreie Phasen) für Lauch-Käse-Suppe mit Hackfleisch, Spaghetti Bolognese und Lachs-Sahne-Gratin.
1. Lauch-Käse-Suppe
1kg Hackfleisch, 4-5 Stangen Lauch, je 2 Sahne- und Kräuterschmelzkäse, 1 Becher Schmand, ca. o,5l Brühe, Paprika, Pfeffer zum Abschmecken
- Hackfleisch anbraten
- Brühe zugießen
- in Ringe geschnittenen und gewaschenen Lauch mitdünsten und ca. 10 Minuten köcheln lassen
- Schmelzkäse und Schmand zugeben
- Aufkochen lassen und abschmecken
- Guten Hunger:)
- Hackfleisch anbraten
- Brühe zugießen
- in Ringe geschnittenen und gewaschenen Lauch mitdünsten und ca. 10 Minuten köcheln lassen
- Schmelzkäse und Schmand zugeben
- Aufkochen lassen und abschmecken
- Guten Hunger:)
2. Bolognese
1/4 Packung Tk-Zwiebel, 1 Möhre, 1 Stange Sellerie, 1 Dose stückige Tomaten, 250g Gehacktes, 1 TL Oregano, Salz, Pfeffer, evtl. etwas Reissüße oder Zucker
- Möhre und Sellerie waschen und in Stücke schneiden
- gemeinsam mit der Zwiebel und dem Gehackten ca. 5 Minuten anbraten
- Tomaten und etwas Wasser dazugeben und weitere 5-10 Minuten köcheln lassen
- mit Salz, Pfeffer, Süße und Oregano abschmecken
- Guten Appetit!
3. Lachs-Sahne-Soße (im Bild zusätzlich mit klein geschnittenen Tomaten und Spaghetti aus Zucchini)
200-250g TK-Lachs, 1 El Butter, 1 Becher (Soja-) Sahne, 1 TL Gemüsebrühe, 1 TL Tomaten- oder Paprikamark, Pfeffer
- Lachs auftauen lassen, in Würfel schneiden, kurz in der Butter anbraten, Tomaten- oder Paprikamark dazugeben
- (Soja-) Sahne, Brühe und Pfeffer hinzufügen
- abschmecken
- fertig
Außerdem mal wieder ein Tipp: beim Griechen ARTEMIS, Königsallee 10 gibt es übrigens glutenfreies Gyros, Krautsalat, Tzatziki und Reis. Ich habe länger mit der Inhaberin gesprochen, die mir nicht nur versicherte, dass sie alles ohne Zusätze selbst macht, sie hat mir auch die Packungen diverser Gewürzmischungen etc. gezeigt und mich überzeugt. Dass es dort das beste Gyros weit und breit gibt, wusste ich eh, dass ich es auch essen darf (und astrein vertragen habe) erst sein kurzem. Wie schön:)
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Außerdem mal wieder ein Tipp: beim Griechen ARTEMIS, Königsallee 10 gibt es übrigens glutenfreies Gyros, Krautsalat, Tzatziki und Reis. Ich habe länger mit der Inhaberin gesprochen, die mir nicht nur versicherte, dass sie alles ohne Zusätze selbst macht, sie hat mir auch die Packungen diverser Gewürzmischungen etc. gezeigt und mich überzeugt. Dass es dort das beste Gyros weit und breit gibt, wusste ich eh, dass ich es auch essen darf (und astrein vertragen habe) erst sein kurzem. Wie schön:)
Freitag, 4. Dezember 2015
12 Monate
12 Monate ist es her seit ich meine Diagnosen bekam: Zöliakie und Morbus Crohn. Ich bekam ein Rezept, auf dem ich nur das Wort "Kortison" sah und schwammige Empfehlungen dazu, was ich essen konnte/durfte/sollte. Wenige Tage später war ich im Krankenhaus und während zwar die schlimmsten Symptome unter dem Kortison und der sonstigen Therapie dort weggingen, ging es mir nicht wirklich gut. Und während ich alles, was mir nach wie vor nicht bekam und z.T. zu großen Schmerzen, Krämpfen, Kreislaufproblemen oder Schweißausbrüchen führte, in einem Ernährungs- und Symptomtagebuch aufschrieb, waren sich die dortige Ernährungsberaterin und der Arzt uneinig darüber, ob ich für immer gf essen sollte oder vielleicht doch nur für 3-6 Monate. Zusätzlich hieß es immer, ich solle einfach essen, was mir gut täte. Diese Aussage wurde meist mit einem fröhlichen "hören sie doch einfach auf ihren Bauch" abgerundet. Ich erinnere mich daran, dass ich, als ich einen meiner ersten Posts schrieb, darüber ziemlich verzweifelt war. Denn wo fängt man wirklich an, wenn fast nichts mehr geht?
12 Monate später bin ich inzwischen um einiges schlauer, was diese Autoimmunerkankungen bedeuten. Weniger, weil ich von meinen Ärzten besonders viel Hilfreiches erfahren hätte, als viel mehr deshalb, weil ich bei einer sehr kompetenten Ernährungsberaterin und einer Heilpraktikerin gewesen bin, die mir Vieles erklärt haben. Außerdem habe ich unglaublich viel über beide Erkrankungen gelesen. Etwas, das ich ursprünglich nicht tun wollte, um mich nicht zu sehr in die ganze "Sache" reinzusteigern. Aber "knowledge empowers" und hilft einem, sein Essen wieder selbst in die Hand zu nehmen. So habe ich inzwischen folgende, für mich sehr wichtige, Dinge gelernt:
1. Die Zöliakie bildet sich in den meisten Fällen zurück, wenn man sich dauerhaft und ausnahmslos an die Diät hält, die übrigens bei weitem nicht so schwierig ist, wie anfangs gedacht. Die letzte Magenspiegelung hat dies eindeutig ergeben. Meine kleinen Vili im Dünndarm haben sich erholt, Leukozyten waren nicht mehr nachweisbar und ich froh darüber, dass mein Körper so gute Arbeit geleistet hat. Allerdings lest ihr ja selbst: dauerhaft ist das Zauberwort. Von einer vorübergehenden Diät kann, entgegen der Erstaussagen im Krankenhaus, keine Rede sein!
2. Ein kleiner Grundkurs in Logik: Nur weil A (Gluten) nicht mehr vertragen wird, heißt das nicht, dass B (Kuhmilch und Laktose) oder C (Fruktose) problemlos vertragen werden. Das merken viele spätestens dann, wenn sie von den ersten gekauften Ersatzprodukten Bauchschmerzen, Durchfall etc. bekommen und die detektivische Suche nach der Ursache beginnt. Über die beiden obigen, vielleicht häufigsten Auslöser, hinaus kommen auch Histamin, die FODMAPs, Mais, Soja usw. usw. immer als mögliche Übeltäter in Frage. Aber vielleicht auch nicht immer, sondern nur manchmal, an bestimmten Tagen, in bestimmten Situationen oder in bestimmten Mengen. Logisch oder ;)?
3. Die Sache mit dem Morbus Crohn ist bei weitem nicht so einfach. Bisher hat sich mir einfach noch nicht erschlossen, wie ich selbst nachhaltig beeinflussen kann, ob ich wieder einen Schub bekomme oder nicht. Ich nehme nach wie vor Prednisolon und Entocort, Salofalk und Pantoprazol. Das einzige, was variiert, ist die Menge des Prednisolons. Entsprechend der Schwere des Schubs fahre ich hoch bzw. wieder runter. Im englischen gibt es das schöne Wort "nerve wrecking" und genau das ist es manchmal, denn die Nebenwirkungen sind nach wie vor beträchtlich und die Überlegungen zu dem, was ich essen kann bzw. nicht, manchmal einfach nur nervig. Trotzdem arrangiert man sich irgendwie auch damit und wenn mal wieder, wie gerade, eine Phase ansteht, in der es besonders schlimm ist, dann esse ich halt nur Hirsebrei, Süßkartoffelsuppe und Reis. Die Erfahrung zeigt ja, dass der Verlauf ein wenig wie eine Achterbahn ist: auf eine schlechte Phase folgt dementsprechend wahrscheinlich auch wieder eine gute.
4. Viele Ärzte scheinen viel Humor zu haben. Oder sie lesen viel "Brigitte". Denn einem Menschen mit einer Darmerkrankung zu sagen "hören sie doch einfach auf ihren Bauch" ist einfach nur ein Witz und zeugt entweder von fehlender Menschenkenntnis, fehlender Lebenserfahrung oder zu viel Lektüre populärpsychologischer Artikelchen, die für ein besseres "Bauchgefühl", "in sich hineinhorchen" u.Ä. als einem Allheilmittel plädieren.
12 Monate weiter, habe ich aber auch, neben der Medikamente und meiner persönlichen "Schonkost", Hilfsmittel zur Hand, die mich zwar nicht gesund machen, mir aber zumindest helfen, mich subjektiv besser zu fühlen. Ich nenne sie meine "Säulen": Ernährung, Yoga und Bewegung, Ruhe und Schlaf. Sie helfen mir zu einem weitestgehend ruhigen und besonnenen Umgang mit den Erkrankungen und helfen in den meisten Fällen Panik, Hysterie und Angst zu verhindern. Das bedeutet für mich allerdings auch, dass ich diesen ganzen (rheinischen?) Peptalk hinter mir gelassen habe. Mit "et hätt noch imma jot jejange" usw. kommt man nicht immer weiter und das amerikanisch-naive "LIfe is good" hat sich auch nicht als wirkliche Hilfe erwiesen. Sich dem ganzen stattdessen asiatisch anzunähern, das Leben zu entpersonifizieren und einigermaßen gleichmütig hinzunehmen, was kommt, ist das, was sich für mich im Laufe des Jahres als praktikabel erwiesen hat. Dazu passt auch gut das Zitat des amerikanischen Dichters Robert Frost: In three words, I can sum up everything I learned about life: it goes on. Inzwischen ziert dieser Spruch auch mein Handgelenk, denn wenn ich eins gelernt habe, dann, dass das Leben vorrangig "ist". D.h. es geht weiter, egal wie es mir persönlich geht. Ich weiß, dass dies keine neue Erkenntnis ist. Trotzdem fühlt es sich anders an, ob man dies "nur" irgendwo liest oder ob man aufgrund der eigenen Erfahrung dahin kommt und es versucht anzunehmen.
Und genau deswegen werde ich mich jetzt auch von meinem "Auf das, was kommt" erstmal verabschieden und euch mit einem gleichmütigen "It goes on" für heute einen schönen Tag wünschen,
Josie
PS: Aber nicht, ohne euch noch ein paar Einkaufstipps in Bochum zu nennen. In der Drehscheibe ist das REFORMHAUS BACHER und dort gibt es eine wirklich ansehnliche Auswahl an Produkten von Schär, Schnitzer, Hammermühle, 3 Pauly, Poensgen und Bauck. Außerdem befindet sich im Citypoint GUTSGEFLÜGEL, wo es z.B. Brathähnchen u.Ä. gibt. Alle Allergene sind übersichtlich und auf den ersten Blick erkennbar aufgeführt angebracht. Und, siehe da, vieles ist tatsächlich glutenfrei und lecker:)
12 Monate später bin ich inzwischen um einiges schlauer, was diese Autoimmunerkankungen bedeuten. Weniger, weil ich von meinen Ärzten besonders viel Hilfreiches erfahren hätte, als viel mehr deshalb, weil ich bei einer sehr kompetenten Ernährungsberaterin und einer Heilpraktikerin gewesen bin, die mir Vieles erklärt haben. Außerdem habe ich unglaublich viel über beide Erkrankungen gelesen. Etwas, das ich ursprünglich nicht tun wollte, um mich nicht zu sehr in die ganze "Sache" reinzusteigern. Aber "knowledge empowers" und hilft einem, sein Essen wieder selbst in die Hand zu nehmen. So habe ich inzwischen folgende, für mich sehr wichtige, Dinge gelernt:
1. Die Zöliakie bildet sich in den meisten Fällen zurück, wenn man sich dauerhaft und ausnahmslos an die Diät hält, die übrigens bei weitem nicht so schwierig ist, wie anfangs gedacht. Die letzte Magenspiegelung hat dies eindeutig ergeben. Meine kleinen Vili im Dünndarm haben sich erholt, Leukozyten waren nicht mehr nachweisbar und ich froh darüber, dass mein Körper so gute Arbeit geleistet hat. Allerdings lest ihr ja selbst: dauerhaft ist das Zauberwort. Von einer vorübergehenden Diät kann, entgegen der Erstaussagen im Krankenhaus, keine Rede sein!
2. Ein kleiner Grundkurs in Logik: Nur weil A (Gluten) nicht mehr vertragen wird, heißt das nicht, dass B (Kuhmilch und Laktose) oder C (Fruktose) problemlos vertragen werden. Das merken viele spätestens dann, wenn sie von den ersten gekauften Ersatzprodukten Bauchschmerzen, Durchfall etc. bekommen und die detektivische Suche nach der Ursache beginnt. Über die beiden obigen, vielleicht häufigsten Auslöser, hinaus kommen auch Histamin, die FODMAPs, Mais, Soja usw. usw. immer als mögliche Übeltäter in Frage. Aber vielleicht auch nicht immer, sondern nur manchmal, an bestimmten Tagen, in bestimmten Situationen oder in bestimmten Mengen. Logisch oder ;)?
3. Die Sache mit dem Morbus Crohn ist bei weitem nicht so einfach. Bisher hat sich mir einfach noch nicht erschlossen, wie ich selbst nachhaltig beeinflussen kann, ob ich wieder einen Schub bekomme oder nicht. Ich nehme nach wie vor Prednisolon und Entocort, Salofalk und Pantoprazol. Das einzige, was variiert, ist die Menge des Prednisolons. Entsprechend der Schwere des Schubs fahre ich hoch bzw. wieder runter. Im englischen gibt es das schöne Wort "nerve wrecking" und genau das ist es manchmal, denn die Nebenwirkungen sind nach wie vor beträchtlich und die Überlegungen zu dem, was ich essen kann bzw. nicht, manchmal einfach nur nervig. Trotzdem arrangiert man sich irgendwie auch damit und wenn mal wieder, wie gerade, eine Phase ansteht, in der es besonders schlimm ist, dann esse ich halt nur Hirsebrei, Süßkartoffelsuppe und Reis. Die Erfahrung zeigt ja, dass der Verlauf ein wenig wie eine Achterbahn ist: auf eine schlechte Phase folgt dementsprechend wahrscheinlich auch wieder eine gute.
4. Viele Ärzte scheinen viel Humor zu haben. Oder sie lesen viel "Brigitte". Denn einem Menschen mit einer Darmerkrankung zu sagen "hören sie doch einfach auf ihren Bauch" ist einfach nur ein Witz und zeugt entweder von fehlender Menschenkenntnis, fehlender Lebenserfahrung oder zu viel Lektüre populärpsychologischer Artikelchen, die für ein besseres "Bauchgefühl", "in sich hineinhorchen" u.Ä. als einem Allheilmittel plädieren.
12 Monate weiter, habe ich aber auch, neben der Medikamente und meiner persönlichen "Schonkost", Hilfsmittel zur Hand, die mich zwar nicht gesund machen, mir aber zumindest helfen, mich subjektiv besser zu fühlen. Ich nenne sie meine "Säulen": Ernährung, Yoga und Bewegung, Ruhe und Schlaf. Sie helfen mir zu einem weitestgehend ruhigen und besonnenen Umgang mit den Erkrankungen und helfen in den meisten Fällen Panik, Hysterie und Angst zu verhindern. Das bedeutet für mich allerdings auch, dass ich diesen ganzen (rheinischen?) Peptalk hinter mir gelassen habe. Mit "et hätt noch imma jot jejange" usw. kommt man nicht immer weiter und das amerikanisch-naive "LIfe is good" hat sich auch nicht als wirkliche Hilfe erwiesen. Sich dem ganzen stattdessen asiatisch anzunähern, das Leben zu entpersonifizieren und einigermaßen gleichmütig hinzunehmen, was kommt, ist das, was sich für mich im Laufe des Jahres als praktikabel erwiesen hat. Dazu passt auch gut das Zitat des amerikanischen Dichters Robert Frost: In three words, I can sum up everything I learned about life: it goes on. Inzwischen ziert dieser Spruch auch mein Handgelenk, denn wenn ich eins gelernt habe, dann, dass das Leben vorrangig "ist". D.h. es geht weiter, egal wie es mir persönlich geht. Ich weiß, dass dies keine neue Erkenntnis ist. Trotzdem fühlt es sich anders an, ob man dies "nur" irgendwo liest oder ob man aufgrund der eigenen Erfahrung dahin kommt und es versucht anzunehmen.
Und genau deswegen werde ich mich jetzt auch von meinem "Auf das, was kommt" erstmal verabschieden und euch mit einem gleichmütigen "It goes on" für heute einen schönen Tag wünschen,
Josie
PS: Aber nicht, ohne euch noch ein paar Einkaufstipps in Bochum zu nennen. In der Drehscheibe ist das REFORMHAUS BACHER und dort gibt es eine wirklich ansehnliche Auswahl an Produkten von Schär, Schnitzer, Hammermühle, 3 Pauly, Poensgen und Bauck. Außerdem befindet sich im Citypoint GUTSGEFLÜGEL, wo es z.B. Brathähnchen u.Ä. gibt. Alle Allergene sind übersichtlich und auf den ersten Blick erkennbar aufgeführt angebracht. Und, siehe da, vieles ist tatsächlich glutenfrei und lecker:)
Samstag, 28. November 2015
Backessentials
Nachdem mein erstes Jahr als Zöli (mit Morbus Crohn) rum ist, dachte ich mir, ich könnte es ja mal in Sachen backen und sinnvolle Backzutaten Revue passieren lassen. Aber wo fange ich an? Vielleicht da, dass am Anfang ziemlich viel schief gegangen ist. Entweder kam ich mit der Konsistenz der Teige nicht klar (zu trocken oder zu feucht und klebrig) oder mit der des Ergebisses: staubtrocken und bröselig oder zäh und klitschig. Mehl einfach 1:1 austauschen ging oft nicht und selbst viele gf-Rezepte klappten nicht so, wie ich mir das erhofft hatte. Da dies oft am fehlenden "Kleber" Gluten lag, wie ich Im Laufe der Zeit gelernt habe, habe ich nun immer Xanthan und gemahlene (wichtig, es gibt nämlich auch ganze, die aber nicht so geeignet sind) Flohsamenschalen im Haus. Xanthan macht den Teig elastischer, Flohsamenschalen sorgen dafür, dass Feuchtigkeit gebunden und damit das Ergebnis saftig wird. Dazu kommen noch folgende Zutaten, mit denen man viel anfangen kann, wenn man sie vorrätig hat: Brot Mix B (Schär), Frei von...(Rewe), neutrales ÖL, Natron, Backpulver, trockene Hefe, Essig, Joghurt, Salz. Besonders folgende Seite kann ich sehr empfehlen, wenn man Brot, Brötchen, Fladenbrot etc. backen möchte, das "wie vorher" (oder besser schmecken soll) und auf jeden Fall klappt: Gf Backspass.
Falls es euch aber wie mir geht und ihr im Laufe der Zeit noch andere Intoleranzen entwickelt (habt), ist es manchmal besser, man hat auch noch einzelne Mehle im Haus (z.B. habe ich immer Kokos-, Sorghum-, Teffmehl, Kartoffelstärke im Haus) oder/und gemahlene Mandeln (oder andere gemahlene Nüsse...wenn man sie verträgt). Eier, Nussmuse, Leinsamen, getrocknete Kräuter, reife Bananen runden das Ganze ab. Nach einigem hin- und herprobieren, ist bei mir dieses, recht herzhafte, Brot herausgekommen:
Zutaten (für 1 Brot in einer kleinen Kastenform):
5 Eier (egal ob M oder L), 200g gemahlene Haselnüsse, 25g gemahlene Leinsamen, 2 El Teffmehl, 2 EL OLivenöl, 1/2 TL Natron, 1,5 TL Meersalz, 1 TL Pfeffer, 1,5 TL Brotgewürz, 1 Handvoll Sonnenblumenkerne, 1 Handvoll geriebener Käse, 2 EL Sesam
- Backofen auf 180°C vorheizen, Form mit Backpapier auslegen
- trockene Zutaten mischen, dann feuchte Zutaten hinzufügen, zum Schluss den geriebenen Käse und die Sonnenblumenkerne
- Teig in die Kastenform füllen und mit Sesam bestreuen
- ca. 40 Minuten backen, Stäbchenprobe machen
- das Brot ist fertig, wenn kein Teig mehr am Stäbchen hängen bleibt
- dann in der Form abkühlen lassen, später erst aus der Form nehmen
- TIPP: da sich das Brot echt gut schneiden lässt, kann man es auch super in Scheiben einfrieren. So, in Alufolie gewickelt, hält es sich 3-4 Tage und bleibt trotzdem saftig:). Übrigens mag ich es auch mit anderen gemahlenen Nüssen oder Mischungen. Getrocknete Tomaten, Fetakäse, Pinienkerne, Kürbiskerne...schmeckt alles lecker in diesem unkomplizierten Brot, das ich inzwischen immer frisch oder im TK-Fach habe.
Ansonsten kann ich auch diese Seite empfehlen: www.kochtrotz.de. Da die Autorin selbst viele Intoleranzen hat bzw. hatte, dürfte dort wirklich jede(r) was finden! Außerdem zeigt sie immer wieder, welche Zutaten man wie ersetzen kann. Das macht Spaß und vereinfacht das Backen, wenn man nicht alle Zutaten verträgt oder zuhause hat. Zu ihren life-changing cracker, die mich inzwischen quasi überall hin begleiten, habe ich ja hier schonmal was geschrieben: Life-changing cracker.
Ach ja, und dann wäre da noch das Mehlchaos, das ich am Anfang hatte. So viele angebrochene Tüten Mehl und die Angst vor Mehlmotten (wer die ein Mal in seinem Zuhause hatte, der will sie echt nie wieder da sehen) haben mich nach einer Alternative zum Tütenchaos suchen lassen. Ich wollte Behälter aus Glas, aber ohne den Clipverschluss, den viele Gläser haben. Komische Aufdrucke oder Beschriftungen wollte ich auch nicht. Und ich wollte eine Form, die auch gut und platzsparend im Kühlschrank unterkommt, weil ich manche Mehle eben dort aufbewahre, damit sie nicht ranzig werden (z.B. Kokosmenl). Es sollte zwar praktisch, aber eben auch schön sein und so bin ich letztlich auf Amazon gelandet und habe mir Mason Jars (amerikanische Einmachgläser) in 3 verschiedenen Größen bestellt (wobei es noch viel mehr gibt): 2 Pint (knapp 1l), 1 Pint (knapp 0,5l) und ein 1/2 Pint. Außerdem habe ich Tafelaufkleber und einen Kreidestift bestellt, um alles sauber zu beschriften. Praktisch daran ist, dass man die Aufkleber abwischen und neu beschriften kann. Außerdem sieht man direkt von oben, was wo drin ist. Die kleinen Gläser sind außerdem für Kräuter (die ich viel häufiger als früher benutze) echt praktisch. Hier bekommt ihr mal einen kleinen Eindruck, wie das so aussieht:
Falls es euch aber wie mir geht und ihr im Laufe der Zeit noch andere Intoleranzen entwickelt (habt), ist es manchmal besser, man hat auch noch einzelne Mehle im Haus (z.B. habe ich immer Kokos-, Sorghum-, Teffmehl, Kartoffelstärke im Haus) oder/und gemahlene Mandeln (oder andere gemahlene Nüsse...wenn man sie verträgt). Eier, Nussmuse, Leinsamen, getrocknete Kräuter, reife Bananen runden das Ganze ab. Nach einigem hin- und herprobieren, ist bei mir dieses, recht herzhafte, Brot herausgekommen:
Zutaten (für 1 Brot in einer kleinen Kastenform):
5 Eier (egal ob M oder L), 200g gemahlene Haselnüsse, 25g gemahlene Leinsamen, 2 El Teffmehl, 2 EL OLivenöl, 1/2 TL Natron, 1,5 TL Meersalz, 1 TL Pfeffer, 1,5 TL Brotgewürz, 1 Handvoll Sonnenblumenkerne, 1 Handvoll geriebener Käse, 2 EL Sesam
- Backofen auf 180°C vorheizen, Form mit Backpapier auslegen
- trockene Zutaten mischen, dann feuchte Zutaten hinzufügen, zum Schluss den geriebenen Käse und die Sonnenblumenkerne
- Teig in die Kastenform füllen und mit Sesam bestreuen
- ca. 40 Minuten backen, Stäbchenprobe machen
- das Brot ist fertig, wenn kein Teig mehr am Stäbchen hängen bleibt
- dann in der Form abkühlen lassen, später erst aus der Form nehmen
- TIPP: da sich das Brot echt gut schneiden lässt, kann man es auch super in Scheiben einfrieren. So, in Alufolie gewickelt, hält es sich 3-4 Tage und bleibt trotzdem saftig:). Übrigens mag ich es auch mit anderen gemahlenen Nüssen oder Mischungen. Getrocknete Tomaten, Fetakäse, Pinienkerne, Kürbiskerne...schmeckt alles lecker in diesem unkomplizierten Brot, das ich inzwischen immer frisch oder im TK-Fach habe.
Ansonsten kann ich auch diese Seite empfehlen: www.kochtrotz.de. Da die Autorin selbst viele Intoleranzen hat bzw. hatte, dürfte dort wirklich jede(r) was finden! Außerdem zeigt sie immer wieder, welche Zutaten man wie ersetzen kann. Das macht Spaß und vereinfacht das Backen, wenn man nicht alle Zutaten verträgt oder zuhause hat. Zu ihren life-changing cracker, die mich inzwischen quasi überall hin begleiten, habe ich ja hier schonmal was geschrieben: Life-changing cracker.
Ach ja, und dann wäre da noch das Mehlchaos, das ich am Anfang hatte. So viele angebrochene Tüten Mehl und die Angst vor Mehlmotten (wer die ein Mal in seinem Zuhause hatte, der will sie echt nie wieder da sehen) haben mich nach einer Alternative zum Tütenchaos suchen lassen. Ich wollte Behälter aus Glas, aber ohne den Clipverschluss, den viele Gläser haben. Komische Aufdrucke oder Beschriftungen wollte ich auch nicht. Und ich wollte eine Form, die auch gut und platzsparend im Kühlschrank unterkommt, weil ich manche Mehle eben dort aufbewahre, damit sie nicht ranzig werden (z.B. Kokosmenl). Es sollte zwar praktisch, aber eben auch schön sein und so bin ich letztlich auf Amazon gelandet und habe mir Mason Jars (amerikanische Einmachgläser) in 3 verschiedenen Größen bestellt (wobei es noch viel mehr gibt): 2 Pint (knapp 1l), 1 Pint (knapp 0,5l) und ein 1/2 Pint. Außerdem habe ich Tafelaufkleber und einen Kreidestift bestellt, um alles sauber zu beschriften. Praktisch daran ist, dass man die Aufkleber abwischen und neu beschriften kann. Außerdem sieht man direkt von oben, was wo drin ist. Die kleinen Gläser sind außerdem für Kräuter (die ich viel häufiger als früher benutze) echt praktisch. Hier bekommt ihr mal einen kleinen Eindruck, wie das so aussieht:
Schönen (Back-)Tag und wie immer: auf das, was kommt!
Josie
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