Vor kurzem fragte mich eine Freundin, ob ich wohl schon mal Haferflocken zum Frühstück gegessen hätte? Die wären ja so lecker und würden total lange satt halten. Ich glaube ich sah in dem Moment ziemlich geschockt aus, denn, wenn es ein Nahrungsmittel gibt, das mich schon mein Leben lang begleitet, dann sind es wohl Haferflocken.
Dabei hatten sie es echt nicht immer leicht, um zwischen den ganzen ach so coolen Alternativfrühstücken zu bestehen: Frosties, Choco Pops, Marmeladenbrötchen, Nutella... als Kind fand ich das manches mal die attraktivere Alternative. Nur um immer wieder festzustellen, dass es mir danach oft deutlich schlechter ging, als vorher (wobei ich ja schon drüber geschrieben habe, dass ich 1. eh nie gerne gefrühstückt habe und 2. lange nicht wusste, weshalb ich nach Brötchen so oft Kreislaufprobleme hatte... bis die Zöliakiediagnose feststand).
Heute bin ich total dankbar für mein persönliches "Wunderkorn". Denn ich habe Glück: meistens vertrage ich Haferflocken ziemlich gut, was nicht bei allen Zölis der Fall ist, weil in ihr ein dem Gluten ähnliches Eiweiß, das Avenin, steckt. Und natürlich, wenn ich von Haferflocken spreche, dann natürlich von ausdrücklich als "glutenfrei" Deklarierten. Denn auch, wenn Hafer glutenfrei ist, so kommt es doch ganz häufig zu Verunreinigungen (Kontamination) durch Weizen oder Gerste, was sie für uns dann unverträglich macht.
Aber auch für meinen Morbus Crohn-traktierten Magen-Darm-Trakt sind die Haferflocken ganz wunderbar. Egal, ob ich mich vorwiegend flüssig ernähre und sie mir in einen Shake oder Oatmeal Latte packe (Alles flüssig, oder was?!) oder ob ich sie als Müsliriegel oder als Porridge zu mir nehme, sie sind sanft zu meinem Darm, schmecken mir gut, halten lange vor und geben mir Kraft. Dabei liefern sie viel Vitamin B, Zink, Eiweiß und sogar entzündungshemmende Stoffe.
Müsliriegel (1 rechteckige Form, ca. 20x30cm, 16-20 Stücke):
4 reife, fast schon eklige Bananen, 3 EL Kokosöl, 150g gf Haferflocken, 50g Quinoapops, 30g Sesam, 20g Chiasamen, 50g Sonnenblumenkerne, 4 EL Nussmus, 4-6 EL Ahorn- oder Reissirup, 2 TL Zimt, 200g getrocknete Früchte (z.B. Sauerkirschen) und sonstige add-ins (z.B. Kakaonibs, Pekannüsse, Apfelstückchen)
- den Backofen für weichere Riegel auf 180° Umluft vorheizen, für knusprigere Riegel auf 200° Ober- und Unterhitze vorheizen
- Bananen mit einer Gabel zerdrücken, 3 EL Kokosöl schmelzen
- Bananen und alle übrigen Zutaten vermengen (geht auch gut mit einem Esslöffel)
- Form mit Backpapier auslegen, Masse reingeben und glattstreichen
- für weichere Riegel: 30 Minuten backen, für knusprigere: 35 Minuten backen bis sie goldbraun sind
- in der Form auskühlen lassen, dann in Stücke schneiden
- Tipp: Statt Sauerkirschen schmecken auch Rosinen oder getrocknete Aprikosenstücke. Andere Nüsse, Samen, Pops, Flocken schmecken ebenfalls sehr gut in den Riegeln!
- Enjoy:)
Porridge (für eine große oder zwei kleine Portionen):
5 EL Haferflocken, 1 TL Kokosöl, 200-220ml Wasser, je 1 Prise Salz, Pfeffer, Kurkuma, 1 TL Zimt, 1TL Süße (z.B. Ahorn- oder Kokosblütensirup) und zum Pimpen, z.B.: extra Sirup, Nussmus, Kokosjoghurt, (selbsstgemachte) Marmelade, geröstete Mandelblättchen, Kakaonibs, Banane, Blaubeeren
- Kokosöl in einem kleinen Topf erhitzen, Haferflocken, Gewürze, Salz und Pfeffer hinzugeben und anrösten
- mit dem Wasser ablöschen, aufkochen und dann bei kleiner Hitze und Rühren ca. 5 Minuten köcheln lassen
- evtl. in der Zwischenzeit Mandelblättchen anrösten
- Porridge in eine Schale geben und z.B. mit Ahornsirup, Mandelblättchen und Kokosjoghurt toppen
- Guten Appetit!
Ich bin gespannt, wie euch die Sachen schmecken...
...und wünsche euch noch einen (hafer-) flockigen Tag!
Eure Josie
Montag, 29. Januar 2018
Donnerstag, 11. Januar 2018
Oberleckere Brokkolisuppe
Während ich an einem anderen Blogeintrag seit Wochen rumschreibe und irgendwie nicht fertig werde, ist es doch fast eine Erleichterung, dass es hiermit jetzt mal ganz schnell muss. Denn nachdem ich heute ein Bild meiner leckeren Brokkolisuppe gepostet habe, bin ich von verschiedener Seite ganz dringend nach dem Rezept gefragt worden. Und damit das nicht wieder untergeht und (un)wichtigeres oder so dazwischenkommt: ohne viel Tamtam, hier ist es.
Für 4 Portionen:
2 Packungen TK-Brokkoli, 1/2-1 grüne Chilischote ohne Kerne (mild!), 1 Glas weiße Bohnen, 4 EL Mandelmus, 1 gehäufter TL Thymian, 2 EL Olivenöl, 1-2 EL Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Wasser
- Chilischote waschen, klein schneiden und in Öl andünsten
- Brokkoli dazugeben, mit Wasser auffüllen (ca. ein 3/4l, aber gib lieber nicht zuviel dazu, damit die Suppe nicht zu dünn wird!), Brühepulver dazugeben und ca. 15 Minuten köcheln lassen
- Bohnen abtropfen lassen und dazugeben, aufkochen lassen
- pürieren, Mandelmus dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und ggfs. mit etwas Wasser auffüllen und nochmal den Pürierstab in die Suppe halten, damit sich alles gut vermischt
- dazu ein paar Granatapfelkerne und ein paar geröstete Mandelblättchen und fertig ist das, wie ich finde, seeehr zufriedenstellende Mittagessen:)
Lasst es euch gut schmecken und bis bald!
So long,
Josie
Samstag, 16. Dezember 2017
Freiburg - die (glutenfreie) Metropole im Breisgau
...so, bzw. so ähnlich, kündigte die Deutsche Bahn den Halt in Freiburg an, das wir schon vor einigen Monaten, nämlich im Frühjahr, besuchten. Ich musste ein bisschen schmunzeln, denn auch wenn ich Freiburg von einem früheren Besuch in bester Erinnerung behalten hatte, als Metropole war es mir irgendwie nie vorgekommen:)
Das sollte sich in den nächsten Tagen zumindest bezügliche des Essens ändern. Denn wir hatten schönstes Wetter und genossen Spaziergänge an der Dreisam und durch die Stadt und Erklommen ganz heldenhaft den 455,9m hohen Schlossberg, um einen tollen Blick über Freiburg und Umgebung zu genießen. Das alles machte uns Flachländer natürlich sehr hungrig und da es mir nach meinem Krankenhausaufenthalt darmtechnisch etwas besser ging, machten wir uns auf die Jagd nach gf Essen.
...und landeten am nächsten Tag im Kebabimbiss "Euphrat". Ganz stilecht wie zu Studentenzeiten kehrten wir hier mittags ein, nachdem mein Freund mir die Uni und die Institute, in denen er als Student vor langer, langer Zeit ;) ein- und ausgegangen war, gezeigt hatte. Erst wollte ich nichts essen, weil ich, wie immer in Imbissen skeptisch wegen möglicher Kontaminationsrisiken war. Aber da das Fleisch gf war und gerade sämtliche Schüsseln und Löffel frisch ausgetauscht wurden und ich um besondere Vorsicht im Umgang damit bat, konnte ich es doch riskieren. Nicht umsonst, denn so kam ich in den Genuss von unglaublich leckerem Kalbkebab und türkischen Vorspeisen. Dass ich dazu kein Brot hatte, machte überhaupt nichts, denn es war auch so reichlich und für mich eigentlich zu viel. Seht selbst:
Danach ging erstmal nichts mehr und ich brauchte einen Mittagsschlaf. Um genau zu sein: wie eine vollgefressene Boa lag ich für mehrere Stunden in meinem Bett und fragte mich, ob ich mich je wieder bewegen könnte?!
Zum Glück konnte ich. Und so ging es weiter durch Freiburg und abends zum Fußball ins schöne irische Pub. Ohne Essen, denn ich merkte, dass meinem Darm das ganze fremde Essen nicht so gut bekam und er zwischendurch auch deutlich Pausen einforderte. Diese verlängerte sich am nächsten morgen etwas unfreiwillig als wir eigentlich in einem nahegelegenen Cafe, das mit gf Frühstück warb, frühstücken wollten, ich wegen möglicher Kontamination und fehlendem Entgegenkommen des Personals aber unsicher war und wir deshalb schnell wieder gingen und von da ab nur noch im Hotel Paradies, wo wir gut wohnten, frühstückten (wobei ich hier darum bat, dass mein mitgebrachtes Brot zum Rührei aufgebacken wurde, was kein Problem war).
Das Kartoffelhaus, von dem ich schon so viel Gutes gelesen hatte, war dann am frühen Abend unser nächster Stop. Mir wurde sofort eine Karte mit gf Gerichten gebracht und während ich ein gf Bier trank, suchte ich mir leckeren Spargel mit gf Hollandaise und Beilagen aus. Hier ist man echt komplett auf Zölis eingestellt und wir aßen lecker, völlig entspannt und sorglos.
Unser letzter Stopp am Abend vor unserer Rückreise war dann das Herrmann am Freiburger Hauptbahnhof. Wir saßen draußen und ließen uns ein laues Lüftchen um die Nase wehen. Dann gab es Tomatensuppe und den ersten gf Flammkuchen meines Lebens, mit Ziegenkäse, Walnüssen und Honig. Ich hätte mich reinlegen können, so lecker war er (dass ich mich heute, Monate später so genau noch daran erinnere, spricht ja für sich).
Er hat ein bisschen gedauert, mein Bericht von Freiburg, auch, weil es mir ein bisschen schwerfiel, über das ganze leckere Essen zu schreiben, während ich in den letzten Monaten wieder so viel schlechter, weniger und eingeschränkter essen konnte, weil der Crohn einfach nur macht, was er will. Aber jetzt, wo sich das Jahr langsam dem Ende nähert, freue ich mich, nochmal an unsere schöne kurze Reise nach Freiburg zu denken. Denn es war warm, schön, beschaulich...und hatte tatsächlich etwas von einer gf-Metropole.
Lasst es euch, in Freiburg oder wo auch immer ihr seid, gutgehen!
Schöne vorweihnachtliche Tage noch,
Josie
Das sollte sich in den nächsten Tagen zumindest bezügliche des Essens ändern. Denn wir hatten schönstes Wetter und genossen Spaziergänge an der Dreisam und durch die Stadt und Erklommen ganz heldenhaft den 455,9m hohen Schlossberg, um einen tollen Blick über Freiburg und Umgebung zu genießen. Das alles machte uns Flachländer natürlich sehr hungrig und da es mir nach meinem Krankenhausaufenthalt darmtechnisch etwas besser ging, machten wir uns auf die Jagd nach gf Essen.
Lange musste wir jedoch eigentlich nicht jagen, denn ich hatte mich vorher schon mit empfohlenen Adressen eingedeckt, war also für den kleinen und großen Hunger vorbereitet. Und so ging es los: im Burger Chalet aß ich einen superleckeren, frischen Cheeseburger und dazu seit Ewigkeiten mal wieder den ersten Salat (leider sollte es für dieses Jahr auch der letzte sein). Da ich eh nicht so große Portionen essen kann und soll, fand ich es auch ohne Brötchen richtig lecker. Wer allerdings auf seinem Burgerbrötchen besteht, der sollte im Burger Chalet ca. 1 Stunde vor seinem Essen Bescheid sagen, dann wird ein gf Brötchen aufgebacken. Gut gestärkt zogen wir weiter...
...und landeten am nächsten Tag im Kebabimbiss "Euphrat". Ganz stilecht wie zu Studentenzeiten kehrten wir hier mittags ein, nachdem mein Freund mir die Uni und die Institute, in denen er als Student vor langer, langer Zeit ;) ein- und ausgegangen war, gezeigt hatte. Erst wollte ich nichts essen, weil ich, wie immer in Imbissen skeptisch wegen möglicher Kontaminationsrisiken war. Aber da das Fleisch gf war und gerade sämtliche Schüsseln und Löffel frisch ausgetauscht wurden und ich um besondere Vorsicht im Umgang damit bat, konnte ich es doch riskieren. Nicht umsonst, denn so kam ich in den Genuss von unglaublich leckerem Kalbkebab und türkischen Vorspeisen. Dass ich dazu kein Brot hatte, machte überhaupt nichts, denn es war auch so reichlich und für mich eigentlich zu viel. Seht selbst:
Danach ging erstmal nichts mehr und ich brauchte einen Mittagsschlaf. Um genau zu sein: wie eine vollgefressene Boa lag ich für mehrere Stunden in meinem Bett und fragte mich, ob ich mich je wieder bewegen könnte?!
Zum Glück konnte ich. Und so ging es weiter durch Freiburg und abends zum Fußball ins schöne irische Pub. Ohne Essen, denn ich merkte, dass meinem Darm das ganze fremde Essen nicht so gut bekam und er zwischendurch auch deutlich Pausen einforderte. Diese verlängerte sich am nächsten morgen etwas unfreiwillig als wir eigentlich in einem nahegelegenen Cafe, das mit gf Frühstück warb, frühstücken wollten, ich wegen möglicher Kontamination und fehlendem Entgegenkommen des Personals aber unsicher war und wir deshalb schnell wieder gingen und von da ab nur noch im Hotel Paradies, wo wir gut wohnten, frühstückten (wobei ich hier darum bat, dass mein mitgebrachtes Brot zum Rührei aufgebacken wurde, was kein Problem war).
Das Kartoffelhaus, von dem ich schon so viel Gutes gelesen hatte, war dann am frühen Abend unser nächster Stop. Mir wurde sofort eine Karte mit gf Gerichten gebracht und während ich ein gf Bier trank, suchte ich mir leckeren Spargel mit gf Hollandaise und Beilagen aus. Hier ist man echt komplett auf Zölis eingestellt und wir aßen lecker, völlig entspannt und sorglos.
Unser letzter Stopp am Abend vor unserer Rückreise war dann das Herrmann am Freiburger Hauptbahnhof. Wir saßen draußen und ließen uns ein laues Lüftchen um die Nase wehen. Dann gab es Tomatensuppe und den ersten gf Flammkuchen meines Lebens, mit Ziegenkäse, Walnüssen und Honig. Ich hätte mich reinlegen können, so lecker war er (dass ich mich heute, Monate später so genau noch daran erinnere, spricht ja für sich).
Er hat ein bisschen gedauert, mein Bericht von Freiburg, auch, weil es mir ein bisschen schwerfiel, über das ganze leckere Essen zu schreiben, während ich in den letzten Monaten wieder so viel schlechter, weniger und eingeschränkter essen konnte, weil der Crohn einfach nur macht, was er will. Aber jetzt, wo sich das Jahr langsam dem Ende nähert, freue ich mich, nochmal an unsere schöne kurze Reise nach Freiburg zu denken. Denn es war warm, schön, beschaulich...und hatte tatsächlich etwas von einer gf-Metropole.
Lasst es euch, in Freiburg oder wo auch immer ihr seid, gutgehen!
Schöne vorweihnachtliche Tage noch,
Josie
Samstag, 25. November 2017
Comfort Food: vietnamesische Pho
Nach den Unmengen an pürierten Suppen in den letzten Monaten, war damit vor ein paar Wochen Schluss. Ich konnte sie einfach nicht mehr riechen, geschweige denn schlucken. Also bin ich ergänzend zu Infusionen und Fresubin auf Kraftsuppen (mit endlich wieder kaubarer) Einlage umgestiegen. Die gab es bei uns früher im Herbst oft, auch, weil sie so schön stärkend sind, besonders nach den leidigen Atemwegserkrankungen in Herbst und Winter, die mich auch jetzt wieder plagen (vielleicht auch, weil mein Immunsystem durch Cortison und Entyvio ganz schön auf die Probe gestellt wird). Meine Zähne haben sich jedenfalls gefreut ihrer naturgegebenen Aufgabe nachkommen zu können und auch meinem Bauch scheinen sie gut zu tun, denn immerhin der Magen wird endlich besser:) Vielleicht, weil sie trotzdem sanft und mild sind, vielleicht aber auch, weil die Gelatine, die sich in den Markknochen befindet, gut für die Darmwände sein soll, sie schmiert und ihr zu heilen hilft. Das habe ich mehrfach gehört und gelesen, ob es stimmt kann ich nicht sagen, denn ich bin ja weder Ärztin noch Chemikerin. Fakt ist, die Suppen sind lecker und wärmen Körper und Seele.
Und das gilt auch für diese Pho, die ich heute zum ersten Mal und ziemlich nach Gefühl selbst gemacht habe und die superyummy ist. Dabei habe ich mich an die Gewürze gehalten, die auch der Vietnamese meines Vertrauens in seine Suppe gibt: Sternanis, Zimtstangen, Muskatnuss u.a. Hört sich vielleicht etwas weihnachtlich an, aber wenn das ganze schön gemütlich so sechs Stunden vor sich hingeköchelt hat, dann hat die Brühe ein tolles Aroma und man kann eigentlich damit machen, was man möchte. Ich habe Beinscheibe mitgekocht, das Fleisch vom Knochen gelöst und dazugegeben, außerdem das Mark aus den Markknochen und...ach, am besten schaut ihr euch meine genaue Anleitung unten an. Zur Entspannung behaltet im Kopf, dass es sicher nicht schlimm ist, wenn ihr nicht die genauen Mengenangaben einhaltet oder etwas weglasst oder was anderes reingebt. Dann schmeckt die Suppe vielleicht anders, bestimmt aber nicht schlechter. Ach und noch was: wenn ihr die Zutaten seht, denkt ihr evtl., dass die Suppe ja viel zu scharf ist. Aber Chili und Ingwer werden im ganzen mitgeköchelt und, ich zumindest, gebe sie auch zum Schluss nur für ein wenig Aroma in die Schale und esse sie nicht mit. Aber das könnt ihr natürlich halten, wie ihr möchtet...
Für ca. 3l braucht ihr:
1kg Markknochen und 2-3 Beinscheiben (vom besten Bio), 1 Stück Ingwer, doppelt so dick wie euer Daumen, 1 Gemüsezwiebel, 2-3 EL Rohrohrzucker, 1 Päckchen Zimtstangen (also 3-4), 2-3 Muskatnüsse, 10 Sternanis, 1 TL Koriandersamen, 1 große, milde Chilischote, 3 Liter Wasser, Salz, Pfeffer; Reisnudeln pro Person (nach Belieben und Hunger, 50g sind sicher nicht für jede genug), 1 Bund Frühlingszwiebeln, 1 weitere große, milde Chilischote, Sojasprossen, Koriander, 2 Möhren, Sojasauce
- 3 Liter Wasser aufkochen, Markknochen und Beinscheibe reingeben und dann 3-4 Stunden auf niedriger Stufe köcheln lassen, zwischendurch den Schaum auf der Oberfläche mit einer Kelle abschöpfen
- dann Ingwer, halbierte Gemüsezwiebel, Zucker, Zimtstangen, Muskatnüsse, Sternanis, Chilischote hinzugeben, aufkochen und weitere 2-3 Stunden köcheln lassen
- restliches Gemüse putzen, Möhren halbieren und in feine Stifte schneiden, Korianderblätter abzupfen, 2. Chilischote in dünne Scheiben schneiden, das Grün der Frühlingszwiebeln wegwerfen, den Rest in dünne Ringe schneiden, Reisnudeln 2 Minuten in sprudelndem Wasser kochen, abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und mit einer Schere ggfs. klein schneiden
- Fleisch und Markknochen rausnehmen, Suppe durch ein feines Sieb abseihen
- Fleisch zerpflücken, Mark rauslöffeln und zusammen mit den Möhren wieder zur Suppe geben, aufkochen und nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen
- Reisnudeln, ein paar Sojasprossen, Chili- und Frühlingszwiebelringe in die Schale(n) geben, Fleisch und Brühe darüber verteilen, mit Salz und/ oder Tamari abschmecken
- geniiiießen:)!
- was in der Suppe bestimmt auch noch schmeckt: Pilze, kleine Maiskölbchen, Garnelen oder Tofu statt Fleisch, ein Spritzer Zitrone
Ich hoffe, euch schmeckt die Suppe so gut wie mir und stärkt euch, um diesem useligen Wetter die Stirn zu bieten!
Bis ganz bald,
Josie
Montag, 20. November 2017
Fatigue ist so viel mehr als nur ein bisschen müde
Seit Wochen versuche ich über, gähn, Fatigue zu schreiben. Aber gerade weil ich es, wie so viele von euch auch, als Begleiterscheinung zu meinem Crohn habe, dauert das Schreiben im Moment ewig. Ich bin einfach immer zu müde. Das fängt morgens im Moment damit an, dass ich überlege, wie ich aus dem Bett rauskommen soll, wenn doch alles wehtut und sich anfühlt, als wäre ich ein Sack Beton (und quasi unbewegbar). Deshalb stelle ich mir seit einiger Zeit auch den Wecker früher, damit ich trotzdem irgendwie pünktlich auf der Arbeit bin. Bis ich da aber ankomme, geht der Kampf erstmal weiter: jeden Tag etwas anderes anziehen? Deutlich überbewertet und kann ich einfach nicht. Jeden Tag duschen? Hallo, so viel Kraft hab ich höchstens alle zwei Tage. Und so geht es dann weiter: den anderen zuhören? Sehr schwierig, weil ich immer wieder abdrifte. Und das ist nicht, weil es mich nicht interessiert (naja, meistens zumindest;). Es geht einfach nicht. Genauso, wie mich an Dinge zu erinnern? Ähhh, woran noch gleich? Mein Kopf fühlt sich oft so in "Watte gepackt" an (ich finde das englische Wort "brain fog", Hirnnebel, irgendwie passender), dass ich die einfachsten Sachen vergesse: was wollte ich gerade tun? wie heißt nochmal mein gegenüber (eigentlich war ich doch mal für mein gutes Namensgedächtnis bekannt...Duh!)?
(Quelle: http://pinterest.com/pin/610378555716989267/?source_app=android;
letzter Zugriff: 21.11.2017)
Wer gesund ist, der wird jetzt vielleicht sagen: "Übertreib mal nicht. Müde ist doch jeder mal. Schlaf dich aus, dann geht es schon wieder." An dieser Stelle muss ich leider den Ton vom Zonk einspielen. Kennt ihr den noch? Jedem war klar, dass die Kandidatin das falsche Tor gewählt hatte. Das ist hier auch so. Denn leider ist es nicht so einfach und geht über einfaches müde sein, dass sich durch ganz viel guten Schlaf, einen regelmäßigen Lebenswandel etc. beseitigen lässt, deutlich hinaus. Aber warum? Und was ist das, was unsere Ärzte als Fatigue umschreiben, eigentlich?
Unter Fatigue versteht man eine Ansammlung verschiedener Symptome, z.B. bleierne Müdigkeit, fehlende Energiereserven, ein, im Vergleich zu vorausgegangen Aktivitäten, unverhältnismäßig hohes Ruhebedürfnis, "Brainfog" (s.o.), Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen und generalisierte, unspezifische Schmerzen. Dabei ist es häufig als eine Begleiterscheinung von verschiedenen chronischen Erkrankungen und Krebs und somit vom chronischen Erschöpfungssyndrom, zumindest nach neuestem Stand, abzugrenzen (vgl. auch Flexikon: Fatigue). Aber wieso bekommt man auch noch Fatigue? Der Crohn reicht doch eigentlich... finde ich zumindest.
Nun, so wie ich das verstanden habe, hängt Fatigue eben eng mit der CED zusammen. Zum einen wirkt sich die Krankheitsaktivität natürlich auf den Kräftehaushalt aus. Die Entzündung im Körper führt dazu, dass wir uns schlapp, müde und krank fühlen. Hinzu kommen aber auch Nährstoffmängel (besonders Vitamin D, Vitamin B12 und Eisen/ Ferritin), weil wir entweder aufgrund von Schmerzen/ Durchfällen/ Verstopfung/ Engstellen etc. zu wenig essen und dadurch zu wenig aufnehmen oder weil es durch die Entzündung zur Malabsorption, also der fehlenden oder zu niedrigen Aufnahme an Nährstoffen, kommt. Vielleicht fragt ihr euch, wie ich, ob man denn etwas dagegen tun kann?
Wie so oft bei den CEDs gibt es ein klares Jein. Vielleicht habt ihr auch schon festgestellt, dass zu wenig Schlaf uns überdurchschnittlich viel Energie raubt. Der Umkehrschluss aber, dass uns viel Schlaf also bestimmt fitter, wacher und energiegeladener macht, trifft aber leider nicht automatisch zu. Ebenso kann es sein, dass wir nicht in einem akuten Schub stecken, aber trotzdem das Gefühl haben, als schleppten wir Steine, ach, was sag ich, Felsen, mit uns umher. Und das, obwohl wir sicher nicht faul sind!
1. Blutwerte
Wie auch immer, es macht Sinn, bei Blutabnahmen regelmäßig die entsprechenden Werte (Vitamin D, Vitamin B12, Magnesium und Eisen zu checken und dann als Ergänzungsmittel einzunehmen oder ggfs. als Spritze oder Infusion zu substituieren, sollten sie zu niedrig sein.
2. Richtig essen
Da mein Bauch sich besonders in der ersten Tageshälfte oft nicht gut anfühlt, neige ich dazu, lange mit meiner ersten Mahlzeit zu warten und esse oft das erste Mal mittags (natürlich auch, um vorher nicht zu oft auf Toilette zu müssen). Um vorher nicht komplett einzugehen, mache ich mir deswegen, wenn ich die Zeit habe, einen Smoothie oder packe mir ein Fresubin ein. Dann habe ich wenigstens schonmal ein paar Kalorien und mein Blutzucker fährt auf der Achterbahn nicht auch noch Loopings. Hinzukommt, dass Eiweiß, was wir eh aufgrund der Medikamente und eingeschränkten Nahrungsaufnahme vermehrt benötigen, den Blutzucker schön stabil hält. Welche Art von Eiweiß ihr am besten vertragt, müsst ihr ausprobieren. Ich habe festgestellt, dass Eier, Fisch und Fleisch für mich am besten aufzunehmen sind, da ich nur wenige Hülsenfrüchte und die auch nur, wenn der Bauch nicht so schlimm ist, vertrage.
3. Trinken
Gerade in den letzten Wochen hatte ich seit langer Zeit zum ersten Mal, Probleme zu trinken, weil der Magen durch den Crohn so angegriffen war. Dabei ist Flüssigkeit so wichtig! Also, drink up! Es gibt so viele leckere Tees und stilles Wasser, z.B. mit Minze oder tiefgekühlten Beeren ist es echt lecker. Nur von zu zuckrigen oder kohlensäurehaltigen Getränken haben mir meine Ärzte abgeraten...aber zum Glück mochte ich die eh noch nie:)
4. Bewegung
Wie ihr ja wisst mache ich einfach unheimlich gerne Yoga. Und tatsächlich, wenn ich morgens nicht mit Wecker raus muss und zuerst mit meinen Übungen und etwas Meditation beginnen kann, tun mir die Knochen nicht so weh, mir ist nicht mehr so kalt und es geht ein wenig besser. Versucht es doch auch mal mit ein paar Runden, es muss ja nicht gleich vom Handstand in die Krähe und zurück sein. Katze-Kuh, herabschauender Hund, die eine oder andere Drehung reichen mir oft schon...auch um auf bessere Gedanken zu kommen. Außerdem bin ich eine Verfechterin des schnöden Spaziergangs im Hellen. Auch hier geht es nicht um km-weite Wanderungen. Aber zwischendurch mal um den Block, Sauerstoff und Tageslicht tanken und nicht nur drinnen rumhocken...ganz ehrlich? Inzwischen verbiete ich mir, außer es geht wirklich gar nix, die Ausreden, sondern mache einfach.
5. Listen
Ohne To-Do-Listen mit Priorisierung für alles, geht bei mir gar nix (was übrigens nicht heißt, dass ich die Hälfte dessen, was auf meinen Listen steht, vergesse). Natürlich schreibe ich mir zum Einkaufen Listen, oft mit genauen Erklärungen: was genau wollte ich in der Apotheke (z.B. Medikamente oder Extras aufschreiben)? Wieso musste ich zur Post (z.B. Päckchen, Briefmarken, was anderes)? Zu welchem Lebensmittelgeschäft oder Drogeriemarkt wollte ich und wann? Ich schreibe mir auf, wenn ich Wäsche in der Waschmaschine habe (wichtig, sie schimmelt schneller als man denkt:(, ob ich die Spülmaschine angestellt habe und wann ich losfahre, wenn ich zum Arzt muss. Aber auch, wenn ich Papierstapel aufräumen, den Müll rausbringen oder mal wieder tanken muss (weil das Lämpchen seit 3 Tagen leuchtet...steht so auf meiner Liste). Das meinte ich oben mit Priorisierung: manches, aber nicht alles muss immer sofort geschehen, sondern lässt sich oft auch auf mehrere Tage oder Wochen verteilen (dafür habe ich inzwischen eine andere Liste).
6. Familie, Freunde, was anderes
Ich habe es schon so oft geschrieben, mich aber in letzter Zeit oft selbst nicht dran gehalten: es ist so wichtig, andere Leute zu sehen, andere Dinge zu hören, andere Umgebungen zu erleben. Eigentlich habe ich gelernt, dass man zuhause bleibt und sich ausruht, bis man wieder fit ist. Das funktioniert aber bei dieser Erkrankung nicht. Und so habe ich z.B. kaum gemerkt, dass ich außer meiner Familie, meinem Freund und meiner besten Freundin im letzten Jahr kaum jemand anderes außerhalb meiner Arbeit gesehen habe (naja, außer die ganzen Ärzte). Das lag zum einen daran, dass ich die meisten Feiern abgesagt habe. Zum anderen habe ich mich aber auch schlichtweg nicht verabredet, weil ich immer so kaputt war. Als ich dann auch Konzertkarten meiner Lieblingsband noch nicht mal versucht habe zu kaufen, weil ich wusste, dass ich nicht so lange stehen kann, sagte meine Freundin, eigentlich ganz simpel: "Dann musst du halt irgendwohin gehen, wo du sitzen kannst." An meinem Geburtstag habe ich ja damit begonnen und auch wenn ich danach richtig platt war, hatte ich endlich mal wieder etwas schönes, an das ich (erstmal im Bett) denken konnte. Und dann ging es aber weiter: jede Woche habe ich jetzt eine kleine Verabredung, mit jemand, den ich lange vertröstet habe: ein kleiner Bummel in der Stadt, Zuschauen beim Tennistraining meines Patenkindes, ein Theater- und Konzertbesuch, ein kleiner ruhiger Yinyoga Workshop. Alles ist sauanstrengend, aber das ist eh alles. Und das hier tut wenigstens gut.
So, und jetzt muss ich erstmal wieder auf meine Listen schauen und ein paar "sofort"-Sachen abarbeiten (oh Gott, diese Wäsche...). Wie ihr oben gelesen habt, ist es zur Zeit wirklich besonders heftig, manchmal vergesse ich den Fuß vor den anderen zu setzen, nur weil ich nicht mehr dran gedacht habe. So krass ist es zum Glück nicht immer. Aber als eine Kollegin mit einer anderen Autoimmunerkrankung mich neulich ansprach und fragte, ob ich nicht mal was zu Fatigue schreiben könnte, sie könnte z.B. nicht gleichzeitig spazieren gehen und mit ihrem Freund quatschen, weil sie so kaputt sei, da rannte sie einfach offene Türen ein...und ich war, ehrlich gesagt, total froh, nicht alleine damit zu sein.
Und ihr seid es auch nicht!
Alles Liebe,
Josie
PS: Und übrigens, jetzt hab ich doch Karten für meine Lieblingsband:) nächstes Jahr touren sie nämlich weiter durch die Gegend und mein Freund hat nicht nur herausgefunden, dass es in Essen auch Sitzplätze gibt... nein, er hat zwei davon sogar sofort gekauft...so toll:)
(Quelle: http://pinterest.com/pin/610378555716989267/?source_app=android;
letzter Zugriff: 21.11.2017)
Wer gesund ist, der wird jetzt vielleicht sagen: "Übertreib mal nicht. Müde ist doch jeder mal. Schlaf dich aus, dann geht es schon wieder." An dieser Stelle muss ich leider den Ton vom Zonk einspielen. Kennt ihr den noch? Jedem war klar, dass die Kandidatin das falsche Tor gewählt hatte. Das ist hier auch so. Denn leider ist es nicht so einfach und geht über einfaches müde sein, dass sich durch ganz viel guten Schlaf, einen regelmäßigen Lebenswandel etc. beseitigen lässt, deutlich hinaus. Aber warum? Und was ist das, was unsere Ärzte als Fatigue umschreiben, eigentlich?
Unter Fatigue versteht man eine Ansammlung verschiedener Symptome, z.B. bleierne Müdigkeit, fehlende Energiereserven, ein, im Vergleich zu vorausgegangen Aktivitäten, unverhältnismäßig hohes Ruhebedürfnis, "Brainfog" (s.o.), Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen und generalisierte, unspezifische Schmerzen. Dabei ist es häufig als eine Begleiterscheinung von verschiedenen chronischen Erkrankungen und Krebs und somit vom chronischen Erschöpfungssyndrom, zumindest nach neuestem Stand, abzugrenzen (vgl. auch Flexikon: Fatigue). Aber wieso bekommt man auch noch Fatigue? Der Crohn reicht doch eigentlich... finde ich zumindest.
Nun, so wie ich das verstanden habe, hängt Fatigue eben eng mit der CED zusammen. Zum einen wirkt sich die Krankheitsaktivität natürlich auf den Kräftehaushalt aus. Die Entzündung im Körper führt dazu, dass wir uns schlapp, müde und krank fühlen. Hinzu kommen aber auch Nährstoffmängel (besonders Vitamin D, Vitamin B12 und Eisen/ Ferritin), weil wir entweder aufgrund von Schmerzen/ Durchfällen/ Verstopfung/ Engstellen etc. zu wenig essen und dadurch zu wenig aufnehmen oder weil es durch die Entzündung zur Malabsorption, also der fehlenden oder zu niedrigen Aufnahme an Nährstoffen, kommt. Vielleicht fragt ihr euch, wie ich, ob man denn etwas dagegen tun kann?
Wie so oft bei den CEDs gibt es ein klares Jein. Vielleicht habt ihr auch schon festgestellt, dass zu wenig Schlaf uns überdurchschnittlich viel Energie raubt. Der Umkehrschluss aber, dass uns viel Schlaf also bestimmt fitter, wacher und energiegeladener macht, trifft aber leider nicht automatisch zu. Ebenso kann es sein, dass wir nicht in einem akuten Schub stecken, aber trotzdem das Gefühl haben, als schleppten wir Steine, ach, was sag ich, Felsen, mit uns umher. Und das, obwohl wir sicher nicht faul sind!
1. Blutwerte
Wie auch immer, es macht Sinn, bei Blutabnahmen regelmäßig die entsprechenden Werte (Vitamin D, Vitamin B12, Magnesium und Eisen zu checken und dann als Ergänzungsmittel einzunehmen oder ggfs. als Spritze oder Infusion zu substituieren, sollten sie zu niedrig sein.
2. Richtig essen
Da mein Bauch sich besonders in der ersten Tageshälfte oft nicht gut anfühlt, neige ich dazu, lange mit meiner ersten Mahlzeit zu warten und esse oft das erste Mal mittags (natürlich auch, um vorher nicht zu oft auf Toilette zu müssen). Um vorher nicht komplett einzugehen, mache ich mir deswegen, wenn ich die Zeit habe, einen Smoothie oder packe mir ein Fresubin ein. Dann habe ich wenigstens schonmal ein paar Kalorien und mein Blutzucker fährt auf der Achterbahn nicht auch noch Loopings. Hinzukommt, dass Eiweiß, was wir eh aufgrund der Medikamente und eingeschränkten Nahrungsaufnahme vermehrt benötigen, den Blutzucker schön stabil hält. Welche Art von Eiweiß ihr am besten vertragt, müsst ihr ausprobieren. Ich habe festgestellt, dass Eier, Fisch und Fleisch für mich am besten aufzunehmen sind, da ich nur wenige Hülsenfrüchte und die auch nur, wenn der Bauch nicht so schlimm ist, vertrage.
3. Trinken
Gerade in den letzten Wochen hatte ich seit langer Zeit zum ersten Mal, Probleme zu trinken, weil der Magen durch den Crohn so angegriffen war. Dabei ist Flüssigkeit so wichtig! Also, drink up! Es gibt so viele leckere Tees und stilles Wasser, z.B. mit Minze oder tiefgekühlten Beeren ist es echt lecker. Nur von zu zuckrigen oder kohlensäurehaltigen Getränken haben mir meine Ärzte abgeraten...aber zum Glück mochte ich die eh noch nie:)
4. Bewegung
Wie ihr ja wisst mache ich einfach unheimlich gerne Yoga. Und tatsächlich, wenn ich morgens nicht mit Wecker raus muss und zuerst mit meinen Übungen und etwas Meditation beginnen kann, tun mir die Knochen nicht so weh, mir ist nicht mehr so kalt und es geht ein wenig besser. Versucht es doch auch mal mit ein paar Runden, es muss ja nicht gleich vom Handstand in die Krähe und zurück sein. Katze-Kuh, herabschauender Hund, die eine oder andere Drehung reichen mir oft schon...auch um auf bessere Gedanken zu kommen. Außerdem bin ich eine Verfechterin des schnöden Spaziergangs im Hellen. Auch hier geht es nicht um km-weite Wanderungen. Aber zwischendurch mal um den Block, Sauerstoff und Tageslicht tanken und nicht nur drinnen rumhocken...ganz ehrlich? Inzwischen verbiete ich mir, außer es geht wirklich gar nix, die Ausreden, sondern mache einfach.
5. Listen
Ohne To-Do-Listen mit Priorisierung für alles, geht bei mir gar nix (was übrigens nicht heißt, dass ich die Hälfte dessen, was auf meinen Listen steht, vergesse). Natürlich schreibe ich mir zum Einkaufen Listen, oft mit genauen Erklärungen: was genau wollte ich in der Apotheke (z.B. Medikamente oder Extras aufschreiben)? Wieso musste ich zur Post (z.B. Päckchen, Briefmarken, was anderes)? Zu welchem Lebensmittelgeschäft oder Drogeriemarkt wollte ich und wann? Ich schreibe mir auf, wenn ich Wäsche in der Waschmaschine habe (wichtig, sie schimmelt schneller als man denkt:(, ob ich die Spülmaschine angestellt habe und wann ich losfahre, wenn ich zum Arzt muss. Aber auch, wenn ich Papierstapel aufräumen, den Müll rausbringen oder mal wieder tanken muss (weil das Lämpchen seit 3 Tagen leuchtet...steht so auf meiner Liste). Das meinte ich oben mit Priorisierung: manches, aber nicht alles muss immer sofort geschehen, sondern lässt sich oft auch auf mehrere Tage oder Wochen verteilen (dafür habe ich inzwischen eine andere Liste).
6. Familie, Freunde, was anderes
Ich habe es schon so oft geschrieben, mich aber in letzter Zeit oft selbst nicht dran gehalten: es ist so wichtig, andere Leute zu sehen, andere Dinge zu hören, andere Umgebungen zu erleben. Eigentlich habe ich gelernt, dass man zuhause bleibt und sich ausruht, bis man wieder fit ist. Das funktioniert aber bei dieser Erkrankung nicht. Und so habe ich z.B. kaum gemerkt, dass ich außer meiner Familie, meinem Freund und meiner besten Freundin im letzten Jahr kaum jemand anderes außerhalb meiner Arbeit gesehen habe (naja, außer die ganzen Ärzte). Das lag zum einen daran, dass ich die meisten Feiern abgesagt habe. Zum anderen habe ich mich aber auch schlichtweg nicht verabredet, weil ich immer so kaputt war. Als ich dann auch Konzertkarten meiner Lieblingsband noch nicht mal versucht habe zu kaufen, weil ich wusste, dass ich nicht so lange stehen kann, sagte meine Freundin, eigentlich ganz simpel: "Dann musst du halt irgendwohin gehen, wo du sitzen kannst." An meinem Geburtstag habe ich ja damit begonnen und auch wenn ich danach richtig platt war, hatte ich endlich mal wieder etwas schönes, an das ich (erstmal im Bett) denken konnte. Und dann ging es aber weiter: jede Woche habe ich jetzt eine kleine Verabredung, mit jemand, den ich lange vertröstet habe: ein kleiner Bummel in der Stadt, Zuschauen beim Tennistraining meines Patenkindes, ein Theater- und Konzertbesuch, ein kleiner ruhiger Yinyoga Workshop. Alles ist sauanstrengend, aber das ist eh alles. Und das hier tut wenigstens gut.
So, und jetzt muss ich erstmal wieder auf meine Listen schauen und ein paar "sofort"-Sachen abarbeiten (oh Gott, diese Wäsche...). Wie ihr oben gelesen habt, ist es zur Zeit wirklich besonders heftig, manchmal vergesse ich den Fuß vor den anderen zu setzen, nur weil ich nicht mehr dran gedacht habe. So krass ist es zum Glück nicht immer. Aber als eine Kollegin mit einer anderen Autoimmunerkrankung mich neulich ansprach und fragte, ob ich nicht mal was zu Fatigue schreiben könnte, sie könnte z.B. nicht gleichzeitig spazieren gehen und mit ihrem Freund quatschen, weil sie so kaputt sei, da rannte sie einfach offene Türen ein...und ich war, ehrlich gesagt, total froh, nicht alleine damit zu sein.
Und ihr seid es auch nicht!
Alles Liebe,
Josie
PS: Und übrigens, jetzt hab ich doch Karten für meine Lieblingsband:) nächstes Jahr touren sie nämlich weiter durch die Gegend und mein Freund hat nicht nur herausgefunden, dass es in Essen auch Sitzplätze gibt... nein, er hat zwei davon sogar sofort gekauft...so toll:)
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