Dienstag, 10. Februar 2015

***UPDATE: I'm lovin' it...

...not anymore. Warum? Weil sich McDonald's, zumindest punktuell, überhaupt keine Gedanken darum macht, wie es Menschen, die in Deutschland an Zöliakie erkrankt sind, bei ihnen geht. Und dabei meine ich noch nicht mal bzgl. des Essens, obwohl es schon wirklich schade ist, dass man hierzulande als Betroffene, nicht wie in anderen europäischen Ländern (z.B. Spanien, Schweden),bei McDonald's essen kann. Nein, ich meine, dass man noch nicht einmal eine handfeste Auskunft darüber bekommt, ob ein bestimmtes Getränk, in meinem Fall ein Cappuccino, glutenfrei ist. Wie schon in anderen Posts erwähnt, ein "wahrscheinlich" reicht einfach nicht. Deshalb habe ich mal untenstehende Email an McDonald's Deutschland geschickt 


und bin gespannt auf das, was kommt,Josie

"Ich habe mein Leben lang gerne bei McDonald's gegessen, bis ich letztes Jahr mit einer Zöliakie diagnostiziert wurde. Seitdem ist das, zumindest in Deutschland, ja leider nicht mehr möglich. Nun wollte ich mir am Sonntag vor einer Bahnfahrt spontan wenigstens einen Cappuccino bei McDonald's gönnen. Da ich das eben spontan (und nicht von langer Hand geplant) tun wollte, musste ich fragen, ob er glutenfrei ist. Patzig wurde mir geantwortet, dass müsste ich selbst herausfinden. Ich habe freundlich nachgefragt, ob man mir eine Auflistung geben könnte (immerhin sollte es seit Dezember EU-weit ja einfacher und für Erkrankte auch weniger unangenehm werden, sich über Allergene im Essen zu informieren), da ich möglicherweise sehr krank würde, wenn Gluten enthalten wäre. Auch das war nicht möglich, stattdessen wurde ich ungeduldig und unfreundlich behandelt, nach dem Motto: "Warum kommen Sie überhaupt her?". Die Antwort ist, dass man eigentlich auch mit einer einschränkenden, chronischen Erkrankung gerne unbelastet und eben manchmal auch spontan leben würde und für mich da z.B. ein Cappuccino zugehört. Ein Starbucks Cafe gab es in der Nähe leider nicht. Dort bin bisher immer sehr freundlich und informativ bzgl. der Getränke beraten worden. Dass McDonald's hierzulande offensichtlich wenig bzw. nichts mit an Zöliakie Erkrankten zu tun haben möchte, hatte ich vorher schon gelesen. Es persönlich zu erleben, war eine ganz andere und wirklich schlechte Erfahrung, die ich im Übrigen auch auf meinem Blog josiesglutopia.blogspot.com teilen werde."


Und hier die Antwort von McDonald's vom 10.2.2015, wobei ich besonders den Hinweis auf den Big Mac wirklich sehr hilfreich finde (duh:-(...:


Sehr geehrte Frau ...,

Es tut uns leid, dass Sie mit Ihrem letzten Restaurantbesuch unzufrieden waren. Sie erwarten bei McDonald's zu Recht leckere Produkte, einen einwandfreien Service und ein Ambiente zum Wohlfühlen.

Wir möchten allen unseren Gästen die Möglichkeit geben, sich genau darüber zu informieren, was sie bei uns essen. Sie sollen nicht nur erfahren können, aus welchen Zutaten ein Produkt besteht, sondern auch welche Inhaltsstoffe und Allergene in den einzelnen Zutaten stecken.

Die entsprechenden Informationen für unsere Produkte in unseren Restaurants und McCafé finden Sie auf unserer Internetseite: http://www.mcdonalds.de/produkte/unsere-zutaten.
Darüber hinaus sind auf www.mcdonalds.de alle McDonald's Produkte aufgeführt, die es derzeit in unseren Restaurants und McCafé zu kaufen gibt.

Interessieren Sie sich beispielsweise für unseren „Big Mac“, wählen Sie diesen aus, klicken auf „Details zum Produkt“ und schon sind für Sie die im „Big Mac“ enthaltenen Nährwerte und Allergene ersichtlich. Beachten Sie bitte auch die Informationen, die sich über das „i“-Symbol anzeigen lassen. Darüber hinaus können Sie individuelle Fragen zu unseren Produkten auf unserer neuen Qualitätsplattform „Unser Essen. Eure Fragen“ stellen. Unsere Kollegen helfen schnell und gerne!
  
Ihr konkreter Hinweis bezüglich des Mitarbeiterverhaltens gibt uns die Möglichkeit, unseren Service zu verbessern. Daher haben wir sofort unseren Franchise-Nehmer informiert, der das von Ihnen besuchte Restaurant als selbstständiger Unternehmer führt, damit er die Möglichkeit hat, mit seinen Mitarbeitern Rücksprache zu halten und sich direkt mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn seine Recherchen etwas Zeit in Anspruch nehmen. Danke im Voraus für Ihre Geduld.

Sie haben zwischenzeitlich Fragen? Schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir sind gerne für Sie da.

Beste Grüße aus München

Laura Grohmann

Customer Service
McDonald's Deutschland Inc.
Drygalski-Allee 51
81477 München

Mail: service@mcdonalds.de
Tel.: +49 (0)89 785 94-413
Fax: +49 (0)89 785 94-278
www.mcdonalds.de



Donnerstag, 5. Februar 2015

Das Teufelchen, das Unterbewusste und Sigmund Freud

Ein gedeckter Frühstückstisch mit Kaffee, Eiern, Aufschnitt, Käse...und Brötchen, frischen, warmen, duftenden Brötchen. Alle nehmen sich davon. Alle? Ja, alle. Ich auch. Nur als ich reinbeißen möchte, verwandelt sich mein eben noch so verführerisches Brötchen in ein trockenes, staubiges, altes Brötchen... und ich wache verschreckt  auf. An mir hätte Freud wahrscheinlich keine besonders große Freude gehabt. Denn offensichtlicher und langweiliger könnte ein Traum ja kaum sein. 

Man könnte für sooo viele Dinge dankbar sein oder sich um so viele Dinge sorgen... Stattdessen wache ich regelmäßig auf, weil ich von knusprigen Brötchen, Cheeseburgern, Pasta, frischer Pizza mit dünnem, knusprigen Boden o.ä. geträumt habe. Weil ich die vertrauten Geräusche, Gerüche und Mundgefühle gespürt habe und für einen Moment dachte, es sei alles wieder "normal" und wie früher. Am liebsten würde ich mich dann ins Auto setzen, mir alles kaufen, wovon ich geträumt und worauf ich so großen Appetit habe, um es dann genüsslich zu verspeisen; alles, was jetzt verboten ist, was ich wahrscheinlich in meinem Leben nie mehr essen darf und was Schaden anrichtet, wenn ich es doch tue. Denn dem Teufelchen (oder wem auch immer da oben) scheint es völlig egal zu sein, weshalb ich das alles nicht mehr essen darf. Es hört einfach nur "du darfst nicht" und reibt sich die Hände bevor es versucht, mich zu überreden: Ein Mal ist kein Mal...Du musst es ja niemandem sagen...Vielleicht passiert ja nichts, d.h. vielleicht bekommst du ja gar keine Bauchschmerzen. 

Von wegen! Bisher bin ich stärker und stehe meine Frau und sage ihm (und mir) immer wieder, dass das alles ja kein Firlefanz ist, sondern mein Wohlbefinden auf dem Spiel steht. Dass mein Bauch in den letzten Monaten zwar besser geworden ist, ich aber an manchen Tagen immernoch vor Schwäche und Schmerzen kaum aus dem Bett komme und dass es da eigentlich überhaupt nichts zu diskutieren gibt. Aber sag deinem Unterbewussten mal nachts im Traum, dass hinter dem neuen "normal" ab jetzt ein "gf" (glutenfrei) steht und es in deinem Traum nicht mehr zu frühstücken braucht... Und dabei fällt mir ein, dass ich ganz schön viele Gespräche mit mir (uns?) selbst führe und Freud sich vielleicht doch die Hände, wenn er noch könnte, reiben und sich auf das, was kommt, freuen würde.

Gute Nacht,
Josie

Montag, 2. Februar 2015

There's nothing you can't waffle...

...lautet eine amerikanische Binsenweisheit. Und da mein Waffeleisen schon lange unbenutzt im Schrank stand, habe ich beschlossen, es endlich aus seiner Nutzlosigkeit zu befreien. Natürlich hätte ich versuchen können, z.B. glutenfreie Waffeln mit heißen Kirschen zu machen, aber da ich so langsam ein bisschen mutiger im glutenfreien Kochen werde, habe ich mir gedacht, ich könnte ja mal meine ganzen Reste in einer Schüssel verrühren und im Waffeleisen, mit viel Geduld und lieber ein bisschen länger, knusprig backen. Außerdem ist so sicherlich magenfreundicher als den ganzen Kram, so ähnlich wie Reibekuchen, in der Pfanne zu braten...

Welche Reste ich hatte? Diese:
eine Handvoll Möhren (anderes Gemüse, z.B. Pastinaken oder Sellerie wären bestimmt auch lecker)
4 Frühlingszwiebeln
ein bisschen frischen Koriander (Schnittlauch oder Petersilie geht bestimmt auch)
eine Handvoll Parmesan
ein paar Scheiben Salami 
2 Eier
1 Esslöffel Mehl
Salz und Pfeffer
Dazu ein bisschen Quark oder Creme Fraiche, et voilà: ein leckeres, glutenfreies Resteessen, das sich auch noch gut einfrieren ließ (9 Herzchen waren mir nämlich zu viel).


Möhren-Koriander-Herzchen

Auch wenn ich immer schon ganz gerne gekocht habe, hätte ich das in meinem "ersten" Leben bestimmt nicht versucht. Aber irgendwo habe ich gelesen, dass diese ganze Ernährungsumstellung vielleicht einfacher ist, wenn man nicht immer versucht, die alten Rezepte nachzukochen...und dann enttäuscht ist, wenn es einfach nicht so gut wie vorher schmeckt. Na gut, wie werden sehen. Wie heißt es doch so schön? Cooking is a journey...

Übrigens: wer lieber wieder asiatisch Essen gehen möchte, anstatt selbst zu kochen, der kann es ja mal bei TAKESHI in der Theoderichstraße versuchen. Richtig praktisch fand ich, dass sie mir eine Extrakarte gaben, in der die 10 wichtigsten Allergene aufgeführt waren. So konnte ich ganz einfach und problemlos aussuchen. Nicht nur, dass die Edamame, Mango-Lemon Saumon und Ebi California Roll sehr gut geschmeckt haben, sowohl Koch als auch Kellnerin haben sich sehr nett und bedacht gekümmert, so dass wir nicht nur super frisches, leckerstes Sushi vorgesetzt bekamen, sondern ich auch auf glutenfreie Sojasauce nicht verzichten musste. Unkompliziert und wie "vorher", Essen gehen kann ja sooo entspannt und schön sein. Ach und wenn wir diese Kategorie schon eröffnen, dann kann ich auch DEAN & DAVID empfehlen. Dort habe ich das Chicken Tikka Masala gegessen, was nicht nur auch sehr lecker (yummy) war, die Bedienung hat mich auch nicht blöd bzw. verständnislos angesehen, sondern hat mich fachkundig beraten und mir versichert, dass sie immer mindestens ein glutenfreies Gericht hätten. Um dort zu essen, müsst ihr (ja es ist hart, ich weiß) Bochum allerdings verlassen und nach Dortmund in die Silberstraße fahren. Aber versprochen, es lohnt sich und ihr könnt euch, egal, welchen Tipp ihr ausprobiert, freuen, auf das, was kommt!
Josie

Sonntag, 25. Januar 2015

Wintertag

Jetzt kommt er also doch noch, der Winter. Gestern morgen bin ich wach geworden und schwupps, alles weiß. Viele werden sich gefreut haben, ich eher nicht. Stehe ja mehr so auf 30 Grad und Sonne. Also bin ich auch mal schön eingemuckelt drin geblieben und habe mal wieder ein paar einfache Rezepte ausprobiert. Die Ergebnisse waren echt mmmh (und wie immer auch für die glutenessende Gesellschaft bestens geeignet:-)
Das Rezept für die Muffins findet ihr übrigens hier 
http://www.gluten-frei.net/2012/08/rezept-blueberry-muffins.html

Und weil man ja nicht nur Süßes essen soll, habe ich auch noch eins der Rezepte von meiner Pinterest-Seite ausprobiert und zwar die "One-pot pasta" mit Zucchini, Erbsen, Champignons und Thymian. Die Zutaten habe ich alle halbiert, weil ich für 2 Personen nicht so viel brauchte und die "normalen" Nudeln habe ich durch glutenfreie Nudeln ersetzt. 


Die Wassermenge habe ich allerdings verdoppelt, weil die Nudeln sonst einfach zu sehr aneinander pappen. Außerdem habe ich den Knoblauch weggelassen, um meinen Bauch nicht unnötig aufzuregen. Dann habe ich tatsächlich alles gleichzeitig im Topf zum Kochen gebracht und simsalabim, 25 Minuten später und nach Zugabe von einem Hauch ;) Sahne und Parmesan, war ein Topf cremiger, sahniger, leckerster Pasta fertig. Ich muss sagen, wenn sie eins können, die Amis, dann einfache, schnelle und leckere Rezepte kreieren. Das war sicher nicht meine letzte "One-pot pasta" und während ihr draußen friert und ich drinnen esse, könne wir uns ja gemeinsam freuen

auf das, was kommt!
Josie


Mittwoch, 21. Januar 2015

Der Tag der Jogginghose

Endlich gibt es mal wieder was zum Feiern. Und das Beste daran ist: man muss dazu nicht das Haus verlassen und sich schick zu machen ist sogar gänzlich verboten. Meinem derzeitigen Rekonvaleszenz-Standard-Outfit wird heute gehuldigt und was würde man auch ohne sie, die Jogginghose, machen? Immer weich und gemütlich, die perfekte Begleiterin auf der Couch und auf Reisen (und beim Sport). In der Zeitung habe ich heute sogar gelesen, dass sie schick gestylt sogar etwas für den Job sei. Naja, nicht alles was kann, muss auch, oder?! 

Aber der Gedanke, dass der Jogginghose heute ein Tag gewidmet wird, bringt mich zum Lachen und hebt die Stimmung der letzten Tage gewaltig. Irgendwie hat es sich ja schon in meinem letzten Post angekündigt: die Stimmung war mies und wurde mieser und ehe ich mich versah, bin ich in ein kleines, emotionales Loch gestolpert. An manchen Tagen ist es einfach nerviger als an anderen, wenn Bauchschmerzen ohne ersichtlichen Grund auftauchen, es sich gemütlich machen und "kommen, um zu bleiben". Klar frage ich mich dann zuerst, was ich wohl Falsches gegessen habe? Oder ob mein persönliches Fitnessaufbauprogramm vielleicht zu ambitioniert war? Oder, oh bitte nicht, ob es ist, weil ich mit dem Kortison runtergegangen bin? Denn dann müsste ich womöglich wieder damit hochgehen und die ganzen miesen Symptommonster kämen wieder und würden mir das Leben wieder schwerer machen...

Natürlich habe ich versucht, nicht in Panik auszubrechen, mich geduldig mit Wärmflasche und Tee auf die Couch zu legen und mich mit Blumen und Lakritze betüddeln zu lassen. Theoretisch hätte das super klappen müssen, denn das sind ja nicht ohne Grund Allerweltshelferlein, die einfach helfen müssen. Und tun sie oft ja auch. Aber dann konnte ich wegen der Schmerzen (und der feiernden Nachbarn) nicht schlafen. Und so passierte es, dass sich die Sorge leise in Hektik in Aktionismus in Panik steigerte und plötzlich war Morgen und alles gefühlt noch viel schlimmer. Denn jetzt war ich auch noch völlig übermüdet und stellte fest, dass Samstag war und ich ein weiteres blödes Wochenende vor mir hatte, an dem ich nichts außer meines Fitnessaufbauprogrammes, dass gar nicht so schnell wie erhofft hilft, zu tun hatte. Denn gefühlt waren alle anderen mit Feiern, Ausgehen und Spaß haben beschäftigt und ich war plötzlich wütend, dass ich das noch nicht konnte und mich plötzlich abhängig und viel zu bedürftig fühlte. Kurzum, Quality time mit mir selber ist definitiv etwas anderes.

Aber zum Glück haben die Schmerzen wieder nachgelassen, der Schlaf ist wieder tiefer und die Stimmung wieder besser. Das Gefühl jedoch, dass ich nicht gerne so bedürftig bin und mir eigentlich im Moment alles nicht schnell genug geht, ist geblieben. Aber vielleicht ist ein bisschen Wut im Bauch (ha, wo auch sonst?) ja gar nicht so schlecht und ein Zeichen dafür, dass ich wieder mehr Energie habe und die Genesung in die richtige Richtung geht? 

Und wie soll ich auch nicht (wütend-) zuversichtlich bezüglich dem, was kommt sein, wenn ich euch in meiner flauschig-weichen Jogginghose, mit einem Blick auf den wunderbaren Sonnenuntergang,
herzlich grüße!
Josie

PS: Und endlich mal wieder ein Tipp: Bei FABIO'S in der Brüderstraße gibt es nicht nur leckere Heißgetränke, sondern auch ein paar herzhafte und glutenfreie Kleinigkeiten wie Kartoffel-Pilz-Pfanne, Baba Ganoush, Salat mit Avocaodip etc. Die Kuchen sind zwar selbst gebacken, bisher aber nicht glutenfrei. 

PPS: Eben habe ich folgendes von Karl Lagerfeld gelesen: " Wer Jogginghosen anzieht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren." Ich will ja nichts sagen, aber wer nie ohne Handschuhe aus dem geht, hat in seinem Leben vielleicht ein ganz anderes Problem als zu wenig Kontrolle...ja, oder?!