Mittwoch, 23. September 2015

Ein Zöli ist oft allein

So fühlte es sich zumindest an, als ich vor einem knappen Jahr die Diagnose "Zöliakie" bekam und ziemlich alleine dastand: die Ärzte kannten sich nicht aus, die Ernährungsberaterin im Krankenhaus noch weniger und ich hatte das Gefühl nichts mehr essen bzw. vertragen zu können. Irgendwie wusste ich anfangs gar nicht so richtig, wie dieses neue Leben denn nun aussehen sollte. 

Vieles hat sich geklärt. Ich habe inzwischen eine sinnvolle Ernährungsberatung (auch wegen des Morbus Crohn) hinter mir, mir viel angelesen und bin der DZG und dem Zöliakie Austausch, einer Gruppe auf Facebook, beigetreten. Ich weiß, was ich essen darf und ich vermisse glutenhaltiges Essen eigentlich gar nicht mehr (naja, außer wenn der Pizzaboden mal wieder labbrig geworden ist und ich mich nach einer knusprigen Pizza vom Holzofengrill sehne). Ich habe mich daran gewöhnt, entweder vorher zu essen, wenn ich mich an unbekannten Orten (z.B. irgendwelchen Märkten) mit Leuten treffe oder Verkäufer bzw. Stände vorher zu kontaktieren, damit ich nicht ohne Essen dastehe. Ja, selbst im Stadion war ich inzwischen mit selbst mitgebrachtem Essen. Es macht mir auch nicht mehr so viel aus, wenn ich immer im Restaurant nach der Allergenkarte fragen muss und mich dann bei der Kellnerin nochmal vergewissere, dass mein gewähltes Essen auch wirklich glutenfrei ist.

Und trotzdem war es gestern einfach schön, mit einer Zöligruppe in Die kleine Zuckerbäckerei Kaffee trinken und Cupcakes essen zu gehen und zu wissen, dass man mal nicht die Ausnahme ist. Kurz bevor wir über die reich gedeckte Tafel herfielen, gab es diesen Moment, in dem ich mich umgeblickt und gedacht habe: hier weiß jeder, was ich habe, ich muss mich endlich mal nicht erklären und ich darf, zum ersten Mal auswärts, wirklich ausnahmslos alles essen, ohne X Nachfragen stellen zu müssen. Ich glaube, anderen Teilnehmerinnen ging es ganz ähnlich. Denn schon kurz darauf kehrte Stille am Tisch ein und wir stürzten uns auf Cupcakes (in sämtlichen erdenklichen Geschmacksrichtungen wie Himbeer, Zitrone, Salted Caramel), Apfelküchlein, Macarons und Plätzchen. 
  
Und so stellte ich fest, dass ein Nachmittag "unter sich", auch wenn eigentlich alles ganz gut läuft, zwischendurch auch mal echt entspannend sein kann. Und wenn man dann auch zum ersten Mal irgendwo gemeinsam Abend essen geht, dann bin ich gespannt

auf das, was kommt.
Josie

PS: Und hier noch ein paar Eistipps, für den Fall, dass nochmal warme Tage kommen: Im I AM LOVE, in der Dibergstraße 2, gibt es unglaublich leckeres, ausnahmslos glutenfreies und sehr kreatives Eis im Becher. Auch im SAN LUIS, in der Luisenstraße 10, gibt es sehr leckeres Eis in "normalen" Geschmacksrichtungen. Es ist zwar nicht alles glutenfrei, aber sie erleichtern einem Zöli die Auswahl dadurch, dass sie alle Eissorten mit Punkten kennzeichnen: weiß für laktosefrei und grün für glutenfrei. Sehr praktisch. Man muss nur den Eisverkäufer unbedingt daran erinnern, dass er dann aus Gewohnheit keine Waffel auf das glutenfreie Eis steckt. 

Dienstag, 8. September 2015

Essen für die Mittagspause (Teil 1): Lunchbox Favorites

Nachdem ich, egal ob von Zölis oder Nichtzölis, immer wieder gefragt werde, was ich denn eigentlich auf der Arbeit so esse, weil ich mir ja nicht einfach was in der Cafeteria oder Mensa holen kann, habe ich beschlossen, hier mal ein paar Dinge vorzustellen. Und ich will ja keinen neidisch machen, aber mir schmeckt es eigentlich alles besser, als die pappigen Brötchen, die ich mir früher immer so reingezogen haben...

Wem es so wie mir geht und er gekauftes Brot schlecht verträgt, der muss sich doppelt Gedanken machen: nicht nur um das "was" sondern eben auch um das "wann". Ich finde es deshalb immer ganz praktisch abends etwas mehr zu kochen und die Reste dann am nächsten und übernächsten und überübernächsten (you get my idea) Tag mitzunehmen. Idealerweise so, dass es kalt und warm schmeckt und ich mittags spontan entscheiden kann, ob ich es kurz in die Mikrowelle stelle oder nicht. Damit es auch satt aber nicht voll macht, habe ich immer Gemüse, eine so genannente Sättigungsbeilage und eine Eiweißquelle kombiniert. Dabei ist es wie bei allem, was ich koche: immer glutenfrei, oft kuhmilchfrei, je nachdem, wie fit mein Bauch ist, ohne Zwiebeln, Knoblauch, zu starke Gewürze (wie z.B. Chili). Alle Rezepte sind für 3-4 Personen berechnet, damit bei zwei hungrigen Essen auch immer etwas übrig bleibt (oder ein Rest eingefroren werden kann).

1. Zitronenhähnchen à la Danni (Ehre wem Ehre gebührt): 500g Hähnchenbrust (oder 2 Päckchen Quorn), 1 große Gemüsezwiebel, ca. 10 braune Pilze, 1 Becher Schmand, 1 Becher Crème Fraiche, 1 Becher Kräuterfrischkäse (die 3 Zutaten sind problemlos durch Sojaersatz austauschbar), 1 Biozitrone, Salz, Pfeffer, Rosmarin nach Geschmack, 2 Tassen Quinoa, 500g Brokkoli (oder grüner Spargel)
- Gemüsezwiebel halbieren und in dünne Streifen schneiden, in Olivenöl, mit Salz und Pfeffer anschwitzen, währenddessen das Hähnchen waschen und in kleine Filets schneiden, Pilze säubern und vierteln, Zitrone waschen, schälen und in dünne Scheiben schneiden
- Zwiebel auf dem Boden einer Auflaufform verteilen, Hähnchen darauf verteilen, etwas salzen, Zitrone und Pilze gleichmäßig verteilen
- Schmand, Crème Fraiche, Frischkäse, Salz, Pfeffer, Rosmarin mit dem Stabmixer gut verrühren und über das Hähnchen geben
- im vorgeheizten Ofen bei ca. 180 Grad 45 backen (außer ihr nehmt Quorn,dann verringert sich die Backzeit auf ca. 20 Minuten)
- den Brokkoli putzen und in gleich große Röschen teilen, mit Olivenöl und Meersalz beträufeln und 20 Minuten vor Ende der Backzeit auf einem Blech zum Hähnchen geben
- den Quinoa nach Packungsanweisung zubereiten, Salz und ein bisschen Butter nicht vergessen
- genießen:-)


Zitronenhähnchen mit Brokkoli


2. Thai Curry: 2 Möhren, 2 Zucchini, 2 rote Paprika, 1 Bund Koriander, 1 daumengroßes Stück Ingwer, 1/2 Limette, 2 EL Öl, 400 ml Kokosmilch, 1 Glas Thai Curry (dm) oder grüne Currypaste (Asiamarkt), Quorn (vegetarisch) oder ca. 250g Shrimps, 250g Basmatireis 

- Gemüse putzen, Möhren in dünne Scheiben, Ingwer in kleine Würfel schneiden und gemeinsam mit dem Öl in die Pfanne geben, bei mittlerer Hitze andünsten
- Paprika in Stücke schneiden, zu den Möhren geben, beides 6-8 Minuten dünsten
- Zucchini halbieren, in halbe Scheiben schneiden und dann zu dem anderen Gemüse geben, ca. 5 Minuten weiterdünsten 
- den Reis nach Packungsanweisung kochen
- entweder das Glas Thai Curry und 400 ml Kokosmilch  oder 4-5 EL Currypaste und die doppelte Menge Kokosmilch zum Gemüse geben, aufkochen und köcheln lassen
- wird Quorn verwendet, sollte dieser ca. 10 Minuten vor Ende der Kochzeit zum Curry gegeben werden, die Shrimps kommen erst ca. 5 Minuten vor Ende der Kochzeit zum Gericht
- klein gehackten Koriander zum Schluss unterrühren und Gericht mit Salz, Pfeffer, Limette und evtl. etwas Ahornsirup abschmecken
- am nächsten Tag schmeckt es sehr lecker, wenn man ein paar angeröstete Mandelblättchen über das Curry streut...egal, ob man es warm oder bei Zimmertemperatur genießt.
Thai Curry
3. Grüner Spargel-Risotto: 1 Pfund grüner Spargel, 1/2 Päckchen TK-Zwiebel, 160g Risottoreis, 500 ml Gemüsebrühe, 100g Parmesan (oder Hefeflocken oder Cashewkäse), 1 Handvoll Pinienkerne, Olivenöl, Butterflocken, Schnittlauch, Salz, Pfeffer
- Spargel und Zwiebeln zerkleinern und in 1-2 EL Olivenöl anbraten
- 1/2 Tasse Wasser hinzugeben und 20 Minuten bei niedriger Hitze dünsten
- Reis in Olivenöl anbraten bis er glasig ist
- Pinienkerne anrösten
- mit Brühe ablöschen und die restliche Brühe nach und nach hinzugeben bis der Reis gar, aber bissfest ist
- Parmesan, Butterflocken und Schnittlauch unter den fertigen Reis rühren
- alles zusammen mit dem Spargel und den Pinienkernen anrichten
- am nächsten Tag zusätzlich je nach Geschmack Putenbruströllchen (z.B. mit Ziegenfrischkäse und Schnittlauch gefüllt) mit dem Risotto in der Lunchbox anrichten
Spargelrisotto mit Putenbruströllchen


4. Hirsepfanne: 200g Hirse, 1 Möhre, 2 Stangen Staudensellerie, 1 rote und 1 gelbe Paprika, 1 Zucchino, 1 Aubergine, 4 Tomaten (nach Verträglichkeit) 1 Glas entsteinte schwarze Oliven, 2-3 EL Kapern, 1 Bund Petersilie und Minze, 3 EL Olivenöl, 1 EL Balsamicoessig, 1-2 EL Zitronensaft, Zucker, Pfeffer, Salz
- das frische Gemüse klein würfeln und bei mittlerer Hitze anbraten
- währenddessen die Hirse nach Packungsanweisung (ich mag's mit Gemüsebrühe) kochen
- Oliven, Kapern und Kräuter kleinhacken
- Öl, Essig, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mischen
- wenn das Gemüse weiche, aber noch bissfest und die Hirse gekocht ist, das Gemüse und die Soße unterrühren
- mit der Oliven-Kräutermischung bestreuen
- Hummus und/oder Fetakäse dazu servieren
Guten Appetit!
Hirsepfanne

Hirsepfanne mit Hummus und Feta
5. Gemüse mit Quinoa: 2 Tassen Qunioa, 2 Zucchini, 2 Auberginen, 2 rote Paprika, 3 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, getrocknete Kräuter, Ziegenfrischkäse
- das Gemüse würfeln, kleinschneiden und im Olivenöl bei mittlerere Hitze anbraten
- Quinoa nach Packungsanweisung kochen
- Gemüse nach ca. 10 Minuten mit Salz, Pfeffer und den Kräutern abschmecken
- mit em Quinoa und dem Ziegenfrischkäse servieren
- am nächsten Tag zusammen mit ein paar Crackern in die Lunchbox füllen und genießen.
Gemüse mit Quinoa und Hafercrackern (gf)

Und abschließend noch einen Tipp für alle Bochumer: Im NHY STAR in der Brüderstraße gibt es unglaublich leckere vietnamesische Gerichte. Ich hatte Sommerrollen und eine Phosuppe und war hinterher pappsatt und sehr froh. Die Kellnerin kannte sich super aus, was aber in dem Laden auch nicht schwer ist: außer der Röstzwiebeln ist nämlich alles glutenfrei.

Eine schönen Tag und eine noch schönere Mittagspause,
Josie

Donnerstag, 3. September 2015

Paris: Essen wie Gott in Frankreich...

...auch für Zölis möglich! Am ersten Abend, völlig nass und hungrig fanden wir das Le Paname in Montmartre. Ein kleines TripAdvisor -Schild wies zwar darauf hin, dass man hier gut essen konnte, aber das heißt normalerweise ja nicht, dass das auch für Zölis gilt. Zum Glück haben wir es riskiert. Nicht nur, dass es wirklich sehr klein und gemütlich eingerichtet war, der Ober wusste auch sofort Bescheid als wir fragten: Avez-vous quelque chose sans gluten? Während wir bei Oliven und leckerem Rotwein warteten, wurde uns langsam wieder wärmer...und als ich meinen lecker gegrillten Lachs, die selbst gemachten Pommes und Sauce Bearnaise sah,auch ums Herz. Es war wirklich lecker, hinterließ tatsächlich keinerlei Beschwerden und war preislich auch völlig in Ordnung: Oliven, 2 Gläser Rotwein, Leitungswasser und Hauptgericht für 21,- ungefähr 2 Minute von Sacré Coeur entfert-das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte...und lies mich auf die nächsten Tage hoffen.

Da ich mir für morgens einen Reisewasserkocher, meine Hirsebreimischung (6 EL Hirsebrei, z.B. von Hipp, 2 EL gemahlene Mandeln, 1/2 EL Rohrohrzucker, eine Messerspitze je Kurkuma, Salz und Orangenschale) und Tee eingepackt hatte, musste ich mich nicht weiter um das Frühstück kümmern. Ein Glück, denn auch wenn das Ibis Budget in St. Mandé ordentlich war und man dort gut schlafen konnte, gab es, wie so oft in Frankreich, wenig Auswahl zum Frühstück und außer Marmelade und Nutella auch nichts gf. Mittags aber landeten wir bei Cojean auf dem Boulevard Raspail und es war eine wahre Freude, denn alle glutenfreien Gerichte, waren deutlich mit der Ähre ausgezeichnet. Ich suchte mir zwei Salate aus, Nummer 1 mit Schafskäse, Quinoa und Aubergine, Nummer 2 mit Rohkost, Sesamdressing, Coriander und Hühnchen und war danach leider zu satt, um auch den Nachtisch, z.B. Mousse au Chocolat zu probieren. Auch hier fand ich die Preise mit 5-6 Euro pro Salat in Ordnung und war froh, dass meine glutenessenden Kollegen auch ohne Probleme satt wurden und es ihnen schmeckte. Gut gestärkt ging es weiter zum Sightseeing, bis wir abends im indischen Restaurant Mumtaz in St. Mandé landeten. Ich durfte zwar die verschiedenen Brote zur Vorspeise nicht essen, aber das Chicken Vindaloo zur Hauptspeise war sehr lecker und lag kostengünstig bei 13,- Euro. Zufrieden und frei von gluteninduzierten Beschwerden ging ich wieder ins Bett.

Da wir auch am letzten Tag wieder volles Programm hatten, aß ich morgens meinen Hirsebrei, hielt mich tagsüber mit den Life-changing cracker von Kochtrotz, einem im Supermarkt Monoprix gekauften Olivendipp und ein paar Gemüsechips von Tyrells über Wasser, bevor es abends zum Abschluss der Fahrt ins Bouillon Racine in der Nähe der Sorbonne und damit wieder deutlich zentraler, ging. Auch hier wussten alle super über Gluten Bescheid, ich suchte aus, was ich wollte und der Koch passte es, wo nötig, entsprechend an. So bekam ich zur Vorspeise eine leckere kalte Avocado-Spinat-Suppe, zum Hauptgericht ein halbes Maishähnchen mit Gemüse und zur Nachspeise eine Crème Brulee, die ich aber leider wieder nicht ganz schaffte. Auch hier stimmte das Preis-Leistungsverhältnis mit 31,90,- und ich ging zufrieden gesättigt ins Hotel. Auf dem Weg geschah dann aber quasi noch das Highlight der Reise: ich fand einen Marks & Spencer und kaufte mir ein Ploughman's und ein Chicken Salad Sandwich...und befand mich auf der Rückreis am nächsten Tag im siebten Himmel. Es war der erste gekaufte Sandwich seit meiner Diagnose und er schmeckte mir fast besser als jedes französische Menü.




Fazit der Reise: überall wusste man super über Gluten Bescheid, ich wurde immer freundlich und kompetent beraten und alles zu fairen Preisen. Übrigens fand ich sowohl die Bitte an den Koch auf Französisch hilfreich, als auch die 15 bösen Zutaten auf Französisch. Übrigens findet ihr hier noch weitere gute TIpps zu Paris, wobei ich leider gar keine Zeit hatte, da auch noch zu essen: NoGlu etc. in Paris Aber vielleicht beim nächsten Mal...

Au revoir,
Josie

PS: Bevor ich's vergesse, hier noch ein paar Tipps für Bochum. Im YAMAS auf dem Massenbergboulevard gibt es eine gute Allergenkarte und richtig leckeres glutenfreies Essen, wie z.B. gefüllte Weinblätter, Fetapäckchen oder Lammkotelett. Aber Vorsicht: man sollte es unbedingt vorher sagen, da es sonst sein kann, dass das Lammkotelett sonst auf einem Stück Pitabrot liegt. Auch in der AUBERGINE in der Piperstraße gibt es leckeres und gesundes glutenfreies Essen. Ich hatte z.B. Sesamhühnchen, Sellerie-Kartoffelpüree und Weißweinkarotten. Es war megalecker und absolut verträglich. 

Freitag, 28. August 2015

Und diesmal die Zähne...

...ein Glück! Ein Glück?! Vielleicht fragt ihr euch, wie ich zu dieser abgedrehten Aussage komme. Aber ehrlich gesagt, ich bin froh, dass es "nur" die Zähne sind, die mir seit Wochen das Leben schwer machen. Aber der Reihe nach: es fing vor fast drei Wochen an. Ich stand morgens auf und fiel auch sofort wieder um. Mein Gleichgewicht war völlig gestört und ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten. Ich fiel in der Dusche, in meine Reisetasche (ja, natürlich ist mir das nicht zuhause passiert) und auf dem Weg zur Apotheke. Erst dachte ich daran, dass ich mir auf der langen Reise evtl. ein paar Halswirbel blockiert haben könnte. Dazu passten auch die Kopfschmerzen und die Sehbeschwerden, es wäre ja nicht das erste Mal gewesen...Aber es wurde nur langsam besser und nachdem ich nach meiner Rückkehr das erste Mal bei meinem Osteopathen gewesen war, der mich eigentlich immer aus solchen Situationen rettet, begann meine Odyssee. Denn auch er war sich nicht sicher, was es sein konnte und die Symptome wiesen auf alles und nichts hin.

Es ging also zur Augenärztin, die nichts fand, dann weiter zum HNO-Arzt, weil ich vor kurzem auch eine Gehörgangsentzündung hatte und die Möglichkeit bestand, dass sie doch noch nicht ausgeheilt war. Aber auch hier war alles in Ordnung (und wer mal eine richtig eklige Untersuchung durchmachen will, der kann ja mal den Gleichgewichtstest machen: dabei wird einem abwechselnd ca. 2 Minuten Wasser ins Ohr geschüttet. Bis einem schwindelig wird...und das ist dann gut...). Also weiter zum Neurologen, der zum Glück auch nichts fand, mich dafür aber sofort weiter zum MRT schickte. So langsam machte sich Ratlosigkeit breit, bis ich Ende letzter Woche plötzlich den Eindruck hatte mit meinen Zähnen könnte etwas nicht in Ordnung sein...

Ich hatte keine schlimmen Schmerzen, aber irgendwie fühlte es sich so an, als könnten Nackenschmerzen, Nervenschmerzen und Schwindel daher kommen. Und da ich eh einmal zum Zahnarzt sollte bevor ich mit Humira (gegen die Crohnaktivität, aber das ist ein anderes Thema) beginne, war ich heute also da. Er machte ein paar Tests, schickte mich ins Röntgen und -simsalabim- stellte ganz schnell fest, dass mindestens ein Zahn von innen heraus gefault und die Wurzel tot ist. Von der ersten Behandlung habe ich quasi gar nichts gemerkt, denn eine tote Wurzel merkt zum Glück nichts. Es ist zwar mit der einen Behandlung nicht getan, aber ich habe seitdem bemerkt, wie der Druck im Kopf, auf die HWS und letztlich auf den ganzen Körper weniger wurde und ich glaube der Übeltäter ist endlich gefunden. Puuuh, was für Wochen.

Warum ich das alles hier schreibe? Weil es sein könnte, dass das Ganze Folge meiner lange unerkannten Zöliakie ist. Denn dadurch, dass in einem kaputten Dünndarm viele Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente falsch oder nicht aufgenommen werden, kann es auch dazu kommen, dass man einen Kalziummangel entwickelt. Dieser kann dann dazu führen, dass sich der Zahnschmelz falsch entwickelt bzw. weich wird, was wiederum Karies begünstigt. Und bleibt ein Loch, warum auch immer, unerkannt, kann das eben Nerven(wurzel-)entzündungen usw. nach sich ziehen (hier könnt ihr das nochmal viel genauer nachlesen: DZG-Zahnschmelzdefekte).  Dies scheint bei mir der Fall zu sein, denn auf der anderen Seite hatte ich das vor einigen Jahren an mehreren Zähnen schon einmal. Da damals die Symptome andere waren, habe ich diesmal echt ganz schön viel Zeit gebraucht, bis ich das erkannt habe. Aber man lernt ja nie aus...

Auf das, was kommt! Josie

PS: Auch wenn mir gerade nicht so nach essen zu Mute ist, trotzdem hier wieder ein paar Tipps: im EXTRABLATT im Bermudadreieck sind alle Salate bzw. Salatsoßen glutenfrei und die Bedienung war nicht nur sehr freundlich, sondern wusste auch gut Bescheid. Z.B. auch, dass der Salat mit Hähnchen eigentlich mit paniertem Hähnchen ist, weshalb sie mir anbot, mir ein Stück gegrillte Hähnchenbrust mit Pesto zu bringen. Außerdem bekam ich statt der Pizzabrötchen Sauerrahm extra. Es war lecker, ich war satt und sehr zufrieden. Für die nun anbrechende kühlere Jahreszeit braucht man dann aber doch vielleicht etwas Warmes. Das bekommt ihr bei MAX FRITUUR im Bermudadreieck in Form leckerer belgische Pommes. Das ist zwar kein Geheimtipp, aber vielleicht ja, dass ihr  auch bestimmte Saucen essen dürft. Ich habe schriftlich nachgefragt und es sind folgende: alle Veganaisen, Honey Mustard Special, Satésauce, Tomaten Ketchup und Curry Ketchup. Außerdem haben sie jetzt endlich und nach einigen Beschwerden (sicherlich nicht nur meinerseits) eine Allergenliste unter der Kasse. 

Sonntag, 9. August 2015

Feste feiern wie sie fallen

Ich geb's zu: vor den ersten Festen, zu denen ich mit meiner Diagnose und den damit verbundenen Essenseinschränkungen gegangen bin, hatte ich ganz schön Respekt. Ich fand mich plötzlich so kompliziert und es unangenehm meinen Freunden "vorzuschreiben", was sie kochen bzw. bereitstellen sollten, auch wenn sie mir versicherten, dass es kein Problem ist. So schrieb ich ihnen also vorher meine Emails (mit den 15 "bösen", weil glutenhaltigen Zutaten und den Infos, dass ich laktosefrei, wenig gewürzt und gebraten etc. wegen dem Morbus Crohn essen durfte. Mehr Spaß machte da schon die Aussage, dass Bier zwar leider auch nicht geht, Weißwein und Schnaps dafür aber umso besser:-) Und was soll ich sagen? Es war unkompliziert und stressfrei. Bei einer Grillfeier bekam ich gegrilltes Gemüse, leckere Dips und mein selbst eingelegtes Hühnchen, für das es auf dem Grill einen eigenen Platz gab. Bei einer anderen Grillfeier gab es Aluschalen, damit ich auf Nummer sicher gehen konnte. Zu einer Geburtstagsfeier wurde mir vorher mitgeteilt, welche Suppen, Dips, Salate und Chips ich essen durfte. Niemand beschwerte sich, alle waren verständnisvoll...eine gute Erfahrung. Und es waren also wirklich Feiern, weil ich mich nicht groß ums Essen kümmern musste und so soll es ja normalerweise auch sein. 

Und so wurde ich mutiger, als dann die ersten Einladungen zum Auswärtsfeiern kamen. Vor einer Hochzeit rief ich in dem Restaurant an, aber man versicherte mir, dass das Essen kein Problem werde. Ich nahm zwar trotzdem noch eigenen Proviant mit, aber eigentlich umsonst, denn das Restaurant war wirklich hervorragend auf Zölis eingestellt. Ähnlich erging es mit bei anderen Feiern, vor denen ich zwar auch immer vorher im Restaurant Bescheid sagte, zu denen ich dann aber schon nichts mehr mitnahm.

Rosmarin-Hähnchen:
I Pfund Hähnchenbrust (am besten Bio)
100 ml Olivenöl
100 ml Zitronensaft, frisch gespresst
I EL frisch Rosmarin, frisch gehackt
Merrsalz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- alle Zutaten vermischen
- das Hähnchen in eine Form legen
- Marinade darüber verteilen
- 4-6 Stunden marinieren
- grillen und genießen

Restaurant Tipps:
Die Hochzeitsfeier fand  in der VILLA HENKENBERG, Henkenbergstraße 145 in Bochum statt. Mir wurde gezeigt, was ich vom Büffet essen durfte, dann wurde mir zur Hauptspeise sehr leckerer gedünsteter Fisch serviert. Die Beilagen konnte ich mir selbst zusammenstellen. Und während die anderen das Nachspeisenbüffet plünderten bekam ich Schoko-Frucht-Spieße, wofür ich zu Recht neidische Blicke erntete.


Auch in HAUS HERBEDE, Von-Elverfeldt-Allee 12, Witten-Herbede wurde ich bei einer kleinen Geburtstagsfeier bestens versorgt. Zu Beginn des Essens gab es einen kleinen "Gruß des Hauses", der bei mir aus einem leckeren Salätchen bestand. Ich konnte dann nach Belieben aus der Karte den Hauptgang wählen und mir wurde versichert, dass alles einfach glutenfrei angepasst werden könnte. Und so genoss ich dann den irischen Weideochsen, mit grünem Spargel, jungen Kartoffeln und glutenfreier Hollandaise. Sehr lecker und auch hier hatte ich keinerlei Probleme im Anschluss. 

Ähnlich erging es mir gestern in POST'S LOTTENTAL, Grimbergstraße 52, Bochum. Ich suchte mir die Bachforelle mit Pfifferlingsgemüse aus und statt der eigentlich vorgesehenen Spaghetti bekam ich sehr leckere Rösti und eine glutenfreie Soße serviert. Die Himbeer Panna Cotta und das Mangoeis als Nachtisch rundeten das leckere Essen und den schönen Abend ab.

Mein Resüme ist also: traut euch (in Bochum und Umgebung) und genießt das, was gute Köche mit der Aussage "glutenfrei" anfangen. Es lohnt sich!

Einen sonnigen Tag,
Josie